Bewegende Worte über eine bewegte Zeit

Die Zeitzeugin Erika Kosnar war ein Kind, als die deutschen Truppen in Österreich einmarschierten. Die Auswirkungen dieser Ereignisse auf ihr weiteres Leben waren prägend für sie. Sie hat überlebt, aber die allgegenwärtige Bedrohung für Leib und Leben haben deutliche Spuren hinterlassen, sodass sie es sich noch als 87-Jährige zur Aufgabe macht, die Jugendlichen vor einem neuerlichen Aufflammen von Nationalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu warnen.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4ef ihre Erzählungen, wie es ihr als kleines Mädchen in einer feindselig eingestellten Umgebung erging, wie es vor allem ihre Mutter war, die mit dem Mut der Verzweiflung ihre Familie durch diese schwere Zeit brachte.

Frau Kosnar war in keinem KZ, aber ihre Schilderungen von Alltagssituationen, mit denen sie als „rassisch minderwertiges“ Kind konfrontiert war, regten ihre junge Zuhörerschaft sichtlich zum Nachdenken an. Allen Vorkommnissen und Schicksalsschlägen zum Trotz beeindruckte Frau Kosnar mit ihrem Humor und ihrer positiven Lebenseinstellung – gemäß dem Wahlspruch, den sie von ihrem jüdischstämmigen Vater auf den Weg mitbekommen hat: „Vergiss nie, dass du ein Mensch bist!“

 

Mag. Ingrid Lechner-Fent