Mauthausen – die etwas andere Exkursion

Normalerweise sind Schulausflüge unterhaltsam, sie machen Spaß und sind eine höchst willkommene Abwechslung im Schulalltag. 

Bei der Exkursion zur Gedenkstätte Mauthausen verhält es sich anders. Viele Schülerinnen und Schüler der Klassen 4b und 4d mit den Begleitlehrkräften Mag. Michael Grünauer und Mag. Ingrid Lechner-Fent haben wohl schon mit einem etwas mulmigen Gefühl die Fahrt angetreten, in dem Bewusstsein, dass es keine „schöne“ Exkursion werden würde. Einen leisen Vorgeschmack erhielten die Jugendlichen, als sie sich an diesem heißen, schwülen  Frühsommertag an der sogenannten „Klagemauer“ versammelten. Wo sie wenige Minuten in der prallen Sonne standen, mussten die neu angekommenen Häftlinge oft stundenlang ausharren – ohne zur Trinkflasche greifen zu können.

Beim Rundgang durch das Lager wurde auch den „coolsten“ unter den Kids bewusst, welche unfassbaren Szenen sich auf diesem Gelände abgespielt haben müssen. Unvorstellbar auch die Zahl der Opfer, die durch Misshandlungen, Hunger, oder einfach durch die brutale Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ums Leben kamen. Der „Raum der Namen“ spricht gerade mit seiner Stille Bände, wirkt bedrückend und macht sehr nachdenklich – verbirgt sich doch hinter jedem einzelnen Namen ein Schicksal. An den Gesichtern der Jugendlichen konnte man deutlich ablesen, dass ihnen nahe ging, was sie zu sehen bekamen.

Bedauerlich war die baupolizeiliche Sperre der „Todesstiege“, hätte sie es doch am stärksten ermöglicht, sich in die Ereignisse während der NS-Zeit hineinzuversetzen.

Die Eindrücke, die die Schüler und Schülerinnen mitgenommen haben, dürften dennoch tiefgreifend sein und dazu beitragen, sie gegenüber Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren. 

Es war vielleicht keine „schöne“ Exkursion, aber eine wichtige.

 

Mag. Ingrid Lechner-Fent