Geschichte

Bereits 1870 erfolgte die Erweiterung zum achtklassigen Real- und Obergymnasium. Als 1881 das erzbischöfliche Knabenseminar von Wien nach Oberhollabrunn verlegt wurde, stiegen die Schülerzahlen rasant an. Humanistische Erziehung mit Fokus auf die Fächer Griechisch, Latein, Geschichte und Philosophie wurde zum erklärten Bildungsziel.

1906 entschloss sich die Stadtverwaltung eine Lehrerbildungsanstalt in Auftrag zu geben. Am 4. Oktober 1908, am Tag der Stadterhebungsfeiern, wurde der Grundstein gelegt und bereits ein Jahr später wurde das neue Gebäude eingeweiht.

Ab 1934/35 führte die Schule den Namen „Dollfußgymnasium", zum Gedenken an den ermordeten Bundeskanzler, der 1913 in Oberhollabrunn als Seminarist maturiert hatte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden immer wieder Schüler und Lehrer eingezogen und ganze Klassen aufgelassen.
Bereits am 11. Juni 1945 konnten nach Kriegsende die Pforten des Gymnasiums wieder geöffnet werden.

Mit Beginn des Schuljahres 1945/46 wurde die Anstalt wieder in ein humanistisches Gymnasium umgewandelt.
Als Zeichen einer lebendigen Schulgemeinschaft wurde am 15. Feber 1958 der 1. Gymnasiumball abgehalten.
Im Juli 1960 wurde vom Bildungsministerium ein zweiter, realgymnasialer Zweiges (mit Darstellender Geometrie) genehmigt und die Verlegung der Schule in das Gebäude der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt in der Reucklstraße 9 beschlossen.

Im Dezember 1964 übersiedelte das ehrwürdige Gymnasium vom Kirchenplatz hinauf ins neu adaptierte Gebäude in der Reucklstraße. Nun war für die nächsten Jahre genügend Platz für Klassen und Sonderunterrichtsräume vorhanden. Mit der Eröffnung eines dritten Zweiges verfügte das Haus nun über ein humanistisches, ein neusprachliches und ein realistisches Gymnasium.

Aufgrund seines guten Rufes beherbergte das Gymnasium 1971 bereits 600 Schüler.
Ab 1978/79 gab es eine neue Schulform an der Anstalt: das Bundesrealgymnasium mit sportlichem Schwerpunkt, wodurch sich viele landesweite sportliche Erfolge einstellten.
Auch ein Sprachlabor wurde in diesem Jahr zum Nutzen des gesamten Sprachunterrichts in Betrieb genommen. Mittlerweile war nur noch ein Drittel der Schüler Seminaristen, da das erzbischöfliche Seminar selbst seit 1974 ein eigenes Aufbaugymnasium führte. Schon nach kurzer Zeit wurde mit 783 Schülern im Schuljahr 1984/85 ein neuerlicher Höchststand erreicht.
In den folgenden Jahren werden die Lehrpläne der Unter- und Oberstufe neu gestaltet und die Klassenschülerzahlen verringert, zusätzlich wurden Freifächer zur Begabtenförderung eingeführt.
Mit einem Realgymnasium bereits ab der dritten Klasse kam auch die Informatik verstärkt zur Anwendung.
In der neuen Oberstufe wurden seit 1990 Wahlpflichtfächer eingeführt. Erweiternd standen auch die Sprachen Spanisch und Tschechisch zur Wahl.

Zwischen 1992 und 1995 fand zur Behebung der Raumnot ein Zubau zum Gymnasium statt. Zum alten Gebäude wurden entlang der Reucklstraße ein dreigeschossiger Neubau, zwei große Turnsäle und völlig geänderte Sportanlagen in Richtung Weinberg angefügt. Im Schuljahr 1995/96 konnte eine völlig neu adaptiertes Schulgebäude bezogen werden.

Das moderne „Bundes- und Bundesrealgymnasium“ besteht nun, wie der Name schon besagt, aus zwei getrennten Zweigen mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Im gymnasialen Zweig stehen von der 1. bis zur 8. Klasse eine breite Allgemeinbildung mit der Vertiefung in den lebenden Fremdsprachen Englisch, Französisch und Spanisch als Freifach im Vordergrund. Im Realgymnasium bilden die naturwissenschaftlichen Fächer und der Einsatz des Computers einen zusätzlichen Schwerpunkt. Hier sind die Oberstufenklassen durchgehend vernetzt, das heißt sie werden seit 2004/05 als Laptop-Klassen geführt.
Seit 2009 gibt es zwei weitere Neuerungen. In den 1. Klassen werden mit einer New- („Neugierde erzeugt Wissen“) und einer Fit-Klasse neue Lehr- und Lernmethoden sowie die tägliche Sportstunde eingeführt.
Seit 2021/22 arbeiten die Schüler:innen ab der 1. Klasse zusätzlich mit einem iPad, das vom Bildungsministerium mitfinanziert wird.
Ab 2025/26 werden vielfältige Kurse (siehe Kurssystem) statt der bisherigen Wahlpflichtfächer angeboten, um die Interessen und Begabungen der Jugendlichen individueller zu fördern.
Zur detaillierten Weiterlese:
- Urkunde für den Grundstein des Gebäudes vom 4. Oktober 1908
- Märchenfiguren aus 1908
- Chronik der Schulstadt Hollabrunn
- Geschichte des BG/BRG Hollabrunn
- Geschichte des Schulgebäudes
- Eine Zeitreise durch 150 Jahre Schulgeschichte (Festschrift 2014/15)
- Prominente Absolvent:innen
- https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgymnasium_und_Bundesrealgymnasium_Hollabrunn (letzter Zugriff am 26.7.2025)