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Zeitzeugenbesuch

Am 17.6. besuchte der Zeitzeuge Dr. Thomas Lachs die SchülerInnen der 4A, 4B und 4E und gab ihnen Einblick in seine bewegte Lebensgeschichte.

Dr. Lachs wurde 1938 in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren, sie flohen mit ihm noch im selben Jahr in die Schweiz und von dort aus 1941 zuerst nach Spanien und dann mit dem berüchtigten Flüchtlingsboot “SS – Navemar” nach Amerika. Im Gespräch hat Dr. Lachs uns verraten, dass seine ersten bewussten Erinnerungen ihn zurück auf dieses Boot führen, als die Flüchtlingsfrauen von der Besatzung an Deck mit Wasserschläuchen abgespritzt und gedemütigt wurden. 1947 kehrte die Familie nach Wien zurück, trotz anfangs fehlender Deutschkenntnisse schaffte Thomas Lachs es aufs Gymnasium. Nach der Matura studierte er Recht und Volkswissenschaften.

In seinem fesselnden Vortrag hat Dr. Thomas Lachs Begebenheiten aus seinem Leben erzählt. Besonders schockiert hat die SchülerInnen eine Erzählung aus seiner Studentenzeit: Die Wände der Toiletten der Universität waren übersät mit Hakenkreuzen und antisemitischen Äußerungen, dies hat sich so eingeprägt, dass er bis heute Toiletten in der Universität meidet.

Sein Appell an unsere SchülerInnen war es, sich aktiv in der Politik zu engagieren, da die Demokratie nur durch die Teilnahme von Demokraten funktionieren kann.

Auch Liesl Nitsch-Spira, die am 16.6. bei uns zu Gast war, fesselte die 4C und die 4D mit ihrer bewegten Lebensgeschichte. Sie wurde 1944 in Glasgow geboren. Ihre Eltern waren Juden und mussten Österreich verlassen. Ihre Mutter reiste mit einem sogenannten Kindertransport nach Großbritannien, ihr Vater konnte vor den Nazis flüchten und schloss sich den antifaschistischen Kämpfern in Spanien an. Schließlich kam er nach England, wo er Frau Nisch-Spiras Mutter kennen lernte und eine Familie gründete.

Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Wien zurück, wo sie allerdings nicht willkommen war. Sie hatten keinen Anspruch mehr auf die Wohnungen ihrer Großeltern, die arisiert worden waren. So kamen sie nur notdürftig unter und das Leben der vierköpfigen Familie war hart. Frau Nitsch-Spira berichtete über ihren Schulbesuch in der Nachkriegszeit. Es unterrichteten immer noch Lehrer*innen, die im Sinne des nationalsozialistischen Gedankenguts ausgebildet worden waren. Ein Kind jüdischer Eltern war auch nach dem Krieg noch immer Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung. Frau Nitsch-Spira schärfte den Schüler*innen ein, so viel wie möglich zu lernen, denn Güter wie Wohnungen und Schmuck können einem weggenommen werden, aber was man gelernt hat, das bleibt, das kann einem kein autoritäres Regime stehlen.

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