Bacc. theol. Johannes FÜRNKRANZ (1995):

„Mit Gott! Da sitze ich nun –

im Collegium Germanicum et Hungaricum de Urbe . . .“

„Endlich bin ich allein und gehöre einige Augenblicke mir selbst.“ – so schreibt einer meiner „Vorgänger“ in sein Tagebuch, als er 1893 nach zwölftägiger (!) Reise in Rom ankommt. Ganz so weit weg und fremd wie damals erscheint uns die Ewige Stadt ja nicht mehr; trotzdem komme ich gerne der Einladung nach, ein wenig über meinen Studienaufenthalt in dieser geschichtsträchtigen Stadt zu erzählen.


Wie in Österreich sind auch hier zwei Institutionen – gleichsam als „Eckpfeiler“ meines Aufenthaltes – für meine Ausbildung zum Priester, für die ich 1997, nach meinen ersten beiden Studien- und Seminarjahren in Wien, von der Vorstehung des Wiener Priesterseminars hierher geschickt worden bin, zuständig:

Diakon Johannes FürnkranzDa ist einerseits die Päpstliche Universität Gregoriana, jene von Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, errichtete und schließlich von Papst Gregor XIII. sehr geförderte Universität, die noch heute dem Jesuitenorden zur Leitung anvertraut ist. Dort wird ca. 3500 Theologiestudierenden aus allen Kontinenten, meist Priesteramtskandidaten oder Ordensleuten, das notwendige sachliche Wissen für ihren Dienst vermittelt: Neben einem Grundstudium der Philosophie und den theologischen Fächern wie Bibelwissenschaften, Dogmatik, Moraltheologie, Liturgie etc. sind auch erweiternde Studien aus „angrenzenden“ Wissenschaften möglich – so z.B. aus Sozialwissenschaften, Missiologie oder Psychologie. Ich selbst habe in diesem Jahr – nach einem dreijährigen allgemein-theologischen Grundstudium – ein voraussichtlich zweijähriges Spezialisierungsstudium aus Kirchenrecht begonnen.

Damit aber auch gleich zu meinem zweiten Ausbildungsort, dem „Germanicum“: 1552 wie die Gregoriana von Ignatius von Loyola gegründet und seinem damals noch sehr jungen Orden anvertraut, sollte es Aufgabe des Kollegs sein, in Rom Diözesanpriester für das damals von der Reformation tief erschütterte Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation auszubilden. Nach dem rapiden Nachlassen der anfänglichen Spendenfreudigkeit der Kardinäle wurde es (wieder von Papst Gregor XIII.) bald nach seiner Gründung mit dem Ungarischen Kolleg vereinigt und trägt seitdem den Namen „Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum“. Derzeit etwa 65 Priesteramtskandidaten und Priestern aus dem westlichen wie östlichen Mitteleuropa (Österreichern, Deutschen und Schweizern, Luxemburgern, Ungarn, Slowenen und Kroaten) wird hier das nötige Können und die spirituelle Prägung vermittelt, damit wir an unseren zukünftigen Einsatzorten nicht nur als wissenschaftlich gut ausgebildete Theologen, sondern auch als menschenfreundliche Priester unseren Dienst tun können.

Stark geprägt ist unser Leben im Kolleg durch die (nach wie vor aktuelle) Intention seines Gründers, die Seminaristen zu möglichst großer Selbständigkeit und Mitverantwortung zu erziehen. Das zeigt sich in der geistlichen Ausbildung der Studenten, die stark von Ignatius‘ nüchterner, aber doch brennender Spiritualität durchdrungen ist, genauso wie auch bei den vielfältigen Veranstaltungen des Hauses, deren Organisation zu einem großen Teil von den Studenten getragen wird.

Gerade in der sehr internationalen Zusammensetzung des Kollegs (wie auch der Universität) liegt – denke ich – auch eine der größten Stärken dieser Ausbildung: Ganz alltäglich kann ich hier erfahren, was Papst Johannes Paul II. anspricht, wenn er meint, die Kirche Europas müsse lernen, „mit ihren beiden Lungen zu atmen“ (So z.B. in seiner Enzyklika über den Einsatz in der Ökumene „Ut Unum Sint“, Pkt. 54.!) Man hört ganz selbstverständlich von den Sorgen, aber auch den Freuden der Christen anderer Diözesen – und lernt so auch, die Freuden und Sorgen in der eigenen Ortskirche in einen etwas weiteren Rahmen zu stellen.

So wurde mir durch das Studium in Rom (über die Stadt an sich zu schreiben, bleibt mir hier leider kein Platz mehr – aber sie ist ja bekanntlich immer eine Reise wert . . .) die Möglichkeit geschenkt, ein wenig „über den eigenen Kirchturm hinauszublicken“ – eine Erfahrung, die zu machen ich jedem nur wünschen kann!

Diakon Bacc. theol. Johannes FÜRNKRANZ (1995)

joh.furnkranz@gmx.at

EHRUNGEN – ERNENNUNGEN – BEFÖRDERUNGEN

Msgr. Dr. Josef SCHRAMMEL (1934) wurde zum Prälaten ernannt.

KR Gottfried PICHLER (1953) wurde zum Kaplan Seiner Heiligkeit (Msgr.) ernannt.

HR Msgr. Dr. Johannes GAMPERL (1955) wurde zum Prälaten ernannt.

Ingeborg BERDAN (Scheibenreiter/1960) wurde vom Sängerbund für Wien und Niederösterreich für Verdienste um das heimische Sängertum die Bundesmedaille in Silber verliehen.

GR Gerhard MAYRHOFER (1961), Pfarrer in Niederhollabrunn, erhielt am 26. Juni 2001 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland NÖ verliehen.

EIN NEUER ABT IM STIFT MELK

Abt Georg

P. Georg WILFINGER  OSB (1969) wurde am 12. Oktober 2001 zum 67. Abt des Benediktinerstiftes Melk gewählt Er hat sein Amt am 7. November angetreten und empfängt am 2. Dezember um 15. Uhr in der Stiftskirche Melk die Abtsbenediktion aus den Händen des Alt-Erzbischofs von Wien, Kardinal Dr. Franz KÖNIG.

Mag. Elisabeth GRAF (1984) ist seit 1998 Direktorin des Bundesinstitutes für Arzneimittel.

Dr. Franz Andreas Firmkranz (1985): Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.


WIR GRATULIEREN

Zum Studienabschluß:

Elisa FALB (1995): Mag. pharm.

Sonja PAMPERL (1996): Mag. iur.

Bernhard RIEDER (1996): Mag. iur.

WIR TRAUERN

Prof. Karl JEDLICKA (1929), + laut Mitteilung der Post

InspRat i.R. Norbert JOKSCH (1931), + laut Mitteilung der Post

KommRat Dr. Johann KIRSCHBICHLER (1942), Hon.Prof. an der Universität für Bodenkultur, verstorben am 26.10.2001 in 1070 Wien

Vortr.HR Dipl. Ing. Leopold BREINDL (1944), verstorben am 25.10.2001, begraben im FH Hollabrunn

Ralf VOCK (1961), verstorben am 15.10.2001, begraben im FH Alberndorf

Requiescant in pace!

NEUES JAHRGANGSVERZEICHNIS

Der Spendenaufruf in der Nummer 2/01 unserer Mitteilungen hat das gewohnte Echo gefunden. Allen Spendern sei auf diesem Wege herzlichst für ihre Beiträge gedankt. Die Herausgabe des neuen Mitgliederverzeichnisses ist somit gesichert. Leider müssen wir noch um etwas Geduld bitten, die Fertigstellung wird erst zu Beginn des nächsten Jahres erfolgen.

Mag. Josef LANGER (1980)

UNSERE NÄCHSTEN MONATSTREFFEN

Unsere Wiener Monatstreffen finden im Stammlokal Restaurant Herbert STOPFER, Wien 1., Rudolfsplatz 4, Telefon 01/5336462 regelmäßig an jedem 2. Montag des Monats – Treffpunkt ab 18 Uhr – statt.

Montag, 10. 12. 2001

Zum Jahresausklang noch einmal kurz vor Weihnachten Gelegenheit in fröhlicher Runde zusammen zu sitzen.

Montag, 14. 01. 2002

Zum Start des neuen Jahres freuen wir uns, wenn die Jahrgänge mit der Endziffer „1“ kommen.

Montag, 11. 02. 2002

Sofort nach den Semesterferien laden wir nicht nur die Jahrgänge mit der Endziffer „2“ ein. Auch eine Möglichkeit, den Faschingmontag zu feiern und vielleicht schon den Heringsschmaus zu verkosten.

Montag, 11. 03. 2002

Die Jahrgänge mit der Endziffer „3“ sind besonders aufgerufen!

TREFFPUNKT HOLLABRUNN

Wir möchten alle Kolleginnen und Kollegen an die Möglichkeit zur freundschaftlichen Begegnung aller Jahrgänge in Hollabrunn erinnern: Als Termin für das Treffen in Hollabrunn sehen wir jeweils den 2. Dienstag im März, Juni, September und Dezember vor.

Die nächsten Treffen in Hollabrunn finden daher statt:

Dienstag, 11. Dezember 2001

Dienstag, 12. März 2002

Dienstag, 11. Juni 2002

Treffpunkt: GH Reisinger, 19.00 Uhr

Der Vorstand

der Hollabrunner Runde

wünscht allen Alt-Hollabrunnern

ein gesegnetes Weihnachtsfest und

im Neuen Jahr 2002


MATURAJUBILÄUM JAHRGANG 1961
40 Jahre danach . . .

Am Samstag den 15. und Sonntag, den 16. September fand sich der Maturajahrgang 1961 zum 40-jährigen Jubiläum in der "alten Studierstadt Hollabrunn" wieder ein. Dr. Manfred Dafert hatte die Kolleginnen und Kollegen eingeladen und ein Großteil war bereits am Samstag gekommen. Nach dem Eintreffen beim alten Gymnasiumsgebäude am Kirchenplatz folgte ein Besuch des neuen Hauses in der Reucklstraße, durch das der Direktor, Hofrat Mag. Johannes Geyer, führte. Großes Interesse fand vor allem die gute Ausstattung des Hauses, die den Schülern eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Ausbildung sichert.

Maturajahrgang 1961Anschließend besuchte der Maturajahrgang die Gräber der ehemaligen Professoren am Hollabrunner Friedhof und gedachte ihrer im stillen Gebet. Nach einem kurzen Besuch am Grab des im Frühjahr verstorbenen Kollegen Pfarrer Peter Wedral in Stronsdorf folgte dann das gemütliche Beisammensein im "Gall-Kölla". Erinnerungen wurden ausgetauscht und viele bestehende Kontakte weiter vertieft. Kollege Ralph Vock, der erst kürzlich eine schwere Operation auf sich nehmen musste und sich als Dichter profiliert hat, zitierte etliche seiner tiefsinnigen Verse und Gedichte. Am Sonntag, dem 16. traf sich der Jahrgang nochmals zum gemeinsamen Gottesdienst in der Pfarrkirche, besuchte anschließend das Hollabrunner Museum "Alte Hofmühle", in dem derzeit neben einer informativen Schau über Johannes von Nepomuk vor allem die Zinnfigurensammlung von Heinrich Knie, die urgeschichtliche Sammlung und eine Präsentation der Orden der österreichisch-ungarischen Monarchie gezeigt werden. Den Abschluss machte dann ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant Reisinger.

P.S.: Nur einen Monat nach dem Maturatreffen ereilte uns die Nachricht vom Tod des Klassenkollegen Ralf VOCK, der am 15. Oktober 2001 verstorben ist. Das Begräbnis fand am 20. Oktober unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Auch etliche Maturakolleginnen und -kollegen waren gekommen. Die Einsegnung nahm Weihbischof Dr. Helmut Krätzl vor, der in sehr persönlich gehaltenen Worten von Ralf Abschied nahm. Am Friedhof sprach neben dem Alberndorfer Bürgermeister Johann Neubauer, der beeindruckend den Lebensweg und das Engagement des Verstorbenen schilderte, noch ein Vertreter der Raiffeisenorganisation, bei der Ralf Vock durch Jahre hindurch äußerst ambitioniert tätig war.  R.I.P.

P.P.S.: Die Bücher von Ralph Vock, bisher sind 3 Bände erschienen, haben alle drei den Titel: „Socha zan Locha – a weng a zan Denga“ und sind je Band zum Preis von ATS 180,-- direkt bei Ralph Vock zu bestellen, Tel. 02944/2340 bzw. 2054 Alberndorf Nr. 266.

Dr. Werner LAMM (1961)

NEUES AUS DEM

GYMNASIUM HOLLABRUNN

Die Theatergruppen des Gymnasiums unter der Leitung von Mag. Gabriele Eiserle sind auch heuer wieder sehr aktiv. Im November wurde in 3 Aufführungen in der Alten Hofmühle zu einer spannenden „Hochzeitsgesellschaft“ geladen (mit Publikumsbeteiligung). Schüleraufführungen für Kindergärten und Volksschulen sind in Vorbereitung, und schließlich wird das Eltern-Lehrer-Schülertheater im Festsaal der Schule das Stück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt aufführen (mit echten Physikern!). Premiere ist am 9. März 2002.

Die Europaklasse 7. B hat eine Junior-Firma zum Projekt „Gymwein“ gegründet. 6 erlesene Weine von sehr renommierten Weingütern der näheren Region stehen zum Verkauf bereit. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Erwerb dieser Köstlichkeiten – auch über die Homepage:

www.bghollabrunn.ac.at/~gymwein

In der Kanzlei der Schule ist auch noch der Gedichtband des sehr erfolgreichen Gedichtwettbewerbes des BG/BRG Hollabrunn zum Jahr der Sprachen (in Deutsch, Englisch und Französisch) zum Preis von ATS 90,-- erhältlich.

Der Gymnasiumball 2002 findet wie alljährlich am Faschingssamstag, das ist diesmal der 9. Februar 2002, im Hollabrunner Stadtsaal statt. Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen sind schon eifrig mit den Vorbereitungen zum Ball beschäftigt, der unter dem Motto „Mexico“ steht. Der Kartenverkauf beginnt nach den Weihnachtsferien. Details werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Bitte vormerken: Samstag, 22. Juni 2002 findet unser SCHULFEST 2002 mit Projektdarbietungen, Mittagstisch und Absolvententreffen statt. Freuen Sie sich über Begegnungen mit Maturakollegen des eigenen Jahrganges wie auch mit anderen Maturajahrgängen.

HR Mag. Johannes GEYER, Direktor

 

MITTEILUNGEN DER HOLLABRUNNER RUNDE

NACHRICHTEN DER ABSOLVENTENVEREINIGUNG DES GYMNASIUMS HOLLABRUNN

Nr. 4 – DEZEMBER 2001

IMPRESSUM:

Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: HOLLABRUNNER RUNDE –

Absolventenvereinigung des Gymnasiums Hollabrunn

www.bghollabrunn.ac.at/~hollabrunner.runde/

e-mail: hollabrunner.runde@bghollabrunn.ac.at

Vorstand:

Vorsitzender: Hofrat Dr. Heribert HOLZER

Vorsitzender-Stellvertreter: Fr. Koloman HIRSCH  OSB
e-mail: koloman@stiftgoettweig.at

Finanz-/Organisationsreferent: DI Dr. Franz SURBÖCK

Standesreferent: Prof. Mag. Josef LANGER

e-mail: josef.langer@htl-hl.ac.at

Fax-Nummer: 02952/34009

Vereinssitz: 2020 HOLLABRUNN, Reucklstraße 9

Postanschrift: 2020 HOLLABRUNN, Postfach 1Redaktion und für den Inhalt verantwortlich:

Fr. Koloman (Rudolf) HIRSCH OSB, 3511 Stift Göttweig, Telefon 02732/85581-231; Telefax 244 DW

http://www.stiftgoettweig.at

e-mail:
koloman@stiftgoettweig.at

Druck. S.MELZER, 1230 Wien, Breitenfurterstraße 231

Bankverbindung:

WEINVIERTLER SPARKASSE HOLLABRUNN, BLZ 20220

Konto Nummer 0000-05702