Herta BURGER-RINGER (1950):

DER MILLIMETTERNICH
von HOLLABRUNN

"Von der Parteien Haß und Gunst verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte" (F. Schiller, Prolog zu "Wallenstein"). Als wir in den ersten Nachkriegsjahren am humanistischen Gymnasium Hollabrunn dieses Zitat hörten, war die Aufschrift "Dollfuß-Gymnasium" am Gebäude der heutigen Handelsakademie zwar übertüncht, aber noch lesbar. Ab 1934 war sie ein Ehrenzeichen, ab 1938 ein zu tilgendes Schandmal. Nach 1945 schieden sich die Geister. Jedenfalls hat an jener altehrwürdigen Anstalt, die seinerzeit nach dem Wiener Schottengymnasium als die anspruchsvollste in Österreich galt, der "Engel", wie ihn seine Freunde nannten, 1913 maturiert.


Dollfuß

Der 1. Weltkrieg brach aus. Dollfuß, nur 153 cm groß, nannte sich 1914 "Seiner Majestät kleinster Kadett". Nach dem ersten Weltkrieg schrumpfte Österreich von einem Vielvölker-Kaiserreich mit über 50 Millionen Einwohnern (eigentlich einem Vorläufer der EU) zu einer kleinen Republik, belastet mit Arbeitslosigkeit, Hunger und einer heute unvorstellbaren Geldabwertung. Den meisten Österreichern und auch dem ersten österreichischen Parlament schien ein Anschluß an Deutschland als einzige Rettung. Die Alliierten verhinderten ihn und erzwangen den "Staat, den keiner wollte" (Hellmut Andics). Besser: an den damals keiner glaubte.

Der Jusstudent Dollfuß ging als Sekretär des Bauernbunddirektors zum Studium nach Berlin, arbeitete dort in der Genossenschaftsbank und erlebte hautnah die deutsche Politik und die aufkommende NSDAP (Hitler forderte in "Mein Kampf" bereits auf Seite 1 die Eingliederung Österreichs an Deutschland und betonte wiederholt seinen tiefen Haß gegen den österreichischen Staat). 1932, am Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise wurde Engelbert Dollfuß in dem noch demokratischen Österreich zum Bundeskanzler gewählt. In parteiamtlichen Schriften der NSDAP hieß es damals: "Wer Österreich besitzt, beherrscht Mitteleuropa". Es folgten bis zur Februarrevolte 1934 hundert Terroranschläge mit 28 Toten, 150 Schwerverletzten und hohen Sachschäden. Dollfuß kämpfte einen Zweifrontenkrieg gegen den von der katholischen Kirche verworfenen Marxismus und den ihm aus eigener Anschauung bekannten Nationalsozialismus. Da er sah, daß in Deutschland demokratische Wahlen dem Demagogen Hitler zur Macht verholfen haben, nahm er die "Selbstausschaltung" des Parlaments bewußt zum Anlaß, autoritär zu regieren, um die NSDAP besser bekämpfen zu können. Daß im Februar 1934 eine von der sozialdemokratischen Parteiführung nicht gewollte Arbeiterrevolte gegen die Regierung vom Bundesheer niedergekämpft wurde, entfremdete der Regierung die Arbeiterschaft, den einzig möglichen Verbündeten im Kampf gegen die NSDAP. Seine Freunde nannten ihn den "eisernen Kanzler", seine Gegner spöttisch "Millimetternich", und nach dem Februar 1934 "Arbeitermörder". Im Juli 1934 schritt auch die NSDAP zur Revolte, in welcher der unerschütterliche christlich-soziale Bundeskanzler Dollfuß (in neun Monaten drei Mordanschlägen ausgesetzt) einer schweren Schußverletzung ohne medizinische und geistliche Hilfe nach Stunden erlag. Der nun folgende nationalsozialistische Aufstand in ganz Österreich, der aus dem "Reich" unterstützt, aber von Österreichern getragen wurde, konnte erst nach tagelangen Kämpfen durch das Bundesheer niedergeschlagen werden. Die Regierung hatte noch einmal gesiegt, doch die Zahl ihrer Gegner war gewachsen. Und die Welt, aber auch Österreich, vergaßen sehr rasch die Warnungen von Engelbert Dollfuß, die er in persönlichen Politikergesprächen über die Gefahr Hitler und einen drohenden 2. Weltkrieg bei den Regierungen der wichtigsten europäischen Staaten vorgebracht hatte. Nach seinem Tod und nach dem von Schuschnigg mit Hitler 1936 geschlossenen Juliabkommen wurden die österreichischen Warnungen immer zahnloser. Dafür begann in Österreich die Mythisierung des Kanzlers, die im Grunde seine eigentliche historische Bedeutung, die des Widerstands gegen Hitler mit allen Mitteln der Staatsmacht, verschleierte. Ich erinnere mich, daß nach seiner Ermordung bis zum Jahr 1938 viele Hollabrunner an seinem Todestag ("Dollfußtag") brennende Kerzen zu seinem Gedenken in die Fenster stellen. In Hitlerdeutschland wurden dagegen die durch Militärgerichte abgeurteilten Putschisten glorifiziert.

In den offiziellen Kondolenztelegrammen der damaligen europäischen Großmächte wird der politischen Leistung des Kanzlers durchwegs Anerkennung gezollt. Sein autoritärer Kurs fällt für die Staatsmänner von 1934 wo es in Europa nur wenige funktionierende Demokratien gibt, nicht sonderlich ins Gewicht. Der französische Ministerpräsident schreibt z. B.: "Der Kanzler ist als Opfer seiner Treue gegenüber dem österreichischen Vaterland gefallen, dessen Unabhängigkeit er bis zum Letzten verteidigt hat. Frankreich, fest der Aufrechterhaltung dieser Unabhängigkeit ergeben, schließt sich einmütig der Trauer Österreichs an." Bezeichnend für die Stimmung in der demokratischen westlichen Welt ist der Kommentar des "Observer", London, vom 29.7.1934: "Dr. Dollfuß, der heldenmütig das schwache Österreich gegen eine mächtige, skrupellose Intrige verteidigte, ist der Preis, der für den Weiterbestand Österreichs bezahlt werden mußte. Dr. Dollfuß hat mehr als irgend ein Mann in Europa getan, um Europa – einschließlich Deutschland – vor dem Naziterror Berlins zu bewahren. Die bewaffneten Abenteurer, die zuvor ein großes Deutschland unterworfen hatten, dachten, daß sie nun um so leichter ein kleines Österreich in die Unterwerfung hineinprügeln könnten. Dr. Dollfuß riskierte sein Leben, um das zu widerlegen. Am 18. Februar dieses Jahres erhielt er die Ermutigung und Unterstützung durch ein gemeinsames britisches, französisches und italienisches Versprechen (Stresemann-Abkommen), ihn in seiner Entschlossenheit zur Aufrechterhaltung der österreichischen Unabhängigkeit zu unterstützen. Das war sein erster Triumph". Vier Jahre später sehen allerdings England und Frankreich (Italien ist bereits zu Hitler übergegangen), auch angesichts der gegen Deutschland immer weicheren Politik Schuschniggs, der naiv an die Ehrlichkeit Hitlers glaubt, keinen Anlaß mehr, gegen den gewaltsam vollzogenen, wenn auch von vielen Österreichern begrüßten Anschluß vorzugehen, der nur Mexiko einen Protest vor dem Völkerbund wert ist (der Mexikoplatz in Wien erinnert daran).

In der nach dem deutschen Einmarsch in Österreich abgehaltenen Volksabstimmung trieben Ängste, aber auch Hoffnungen und die Abstimmungsempfehlungen des ersten Staatskanzlers Karl Renner und des Wiener Erzbischofs Theodor Kardinal Innitzer die Bevölkerung, die im Grunde der ständigen Unruhen satt war, zu einer überwältigenden Zustimmung für den "Anschluß". Nicht unerwähnt soll bleiben, daß Innitzer vorher auch Schuschnigg versprochen hatte, seine "Ja"-Empfehlung für die von Hitler verhinderte Österreichabstimmung abzugeben.

Nach 1938 kam das Image des "eisernen Kanzlers" vollkommen unter die Räder. In den Konzentrationslagern fanden sich seine prominenten Freunde und Gegner wieder. In den Gesprächen um die gemeinsame Zukunft Österreichs war Dollfuß naturgemäß ein störendes Thema, dem man aus dem Weg ging. So blieb es lange Jahre nach 1945. Für uns Maturanten von 1950 endete die österreichische Geschichte bei Bismarck. Die lange dominierende Ansicht, der Ständestaat sei nur ein Zwischenspiel zwischen der Demokratie und Hitlerdeutschland, ja deren Vorläufer gewesen, ist aus der Sicht derer begreiflich, die mit Mut und Überzeugung gegen beide Regime antraten und sie daher in eins setzten. Diese These hat sich jedoch für Österreichs Image in der Welt letztlich als "Eigentor" erwiesen. Der jahrelange Widerstand des Bundeskanzlers Dollfuß gegen das von ihm als verbrecherisch erkannte Hitlerregime wurde dadurch vergessen, Österreich wurde als williger Helfer des Naziregimes dargestellt. Die Revision dieser einseitigen Ansicht begann folgerichtig, als 1986 die internationale Anti-Waldheim-Kampagne einsetzte. 1987 schrieb der amerikanisch-deutsche Historiker Gottfried-Karl Kindermann über Dollfuß als den unerschrockenen Herausforderer Hitlers und seinen Abwehrsieg in seinem Buch "Hitlers Niederlage in Österreich". Heinrich Drimmel schrieb in seinem Buch "Vom Kanzlermord zum Anschluß", 1992: "Dollfuß war der einzige Regierungschef, der auf seinem Posten gegen den Hitlerismus fiel." Daß Österreich das einzige Land der Welt war, das Hitler nach dem Juliputsch 1934 eine erste militärische Niederlage beibrachte, bleibt ein historisches Faktum, auch wenn man zugibt, daß Dollfuß den innenpolitischen Fehler beging, dem Beispiel der Nachbarländer Deutschland, Italien, Ungarn und Jugoslawien folgend, einen autoritären Kurs einzuschlagen, der Österreich politisch entzweite und schwächte. Die Frage bleibt offen, ob nicht bei einer Wiederbelebung des Parlamentarismus die NSDAP, so wie in Deutschland, auch in Österreich durch Wahlen zur Macht gelangt wäre. 1938 begann jedenfalls ein Lernprozeß, den die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung durchzumachen hatte, "um erst nach entsetzlichen Erfahrungen zur Einsicht zu gelangen, daß Gewalt in der Politik keine Probleme zu lösen imstande ist" (Wolfgang Etschmann).

Was vom Experiment des Ständestaates blieb, ist jedenfalls nicht nur die Sozialpartnerschaft, sondern auch das historische Verdienst Österreichs, als erstes europäisches Land und zu einer Zeit offiziell gegen Hitler aufgetreten zu sein, in der die Großmächte den Diktator noch hofierten . . .


UNSER AUSFLUGSTIP:
Dr. Engelbert Dollfuß-Museum

Das Geburtshaus von Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß, das bis vor 15 Jahren noch bewohnt war, wurde als Museum eingerichtet. Gezeigt werden in fünf Räumen mehr als 60 Ausstellungsstücke und über 200 Fotos mit erläuterten Texten. Öffnungszeiten: 1. Mai bis 26. Oktober jeden Sonn- und Feiertag 14-17 Uhr. Führung ATS 50,-- Adresse: 3242 Texing, Gr. Maierhof 1. Außerhalb der Öffnungszeiten tel. Voranmeldung beim Gemeindeamt Texingtal unter Tel. 02755/7228.



EHRUNGEN – ERNENNUNGEN - BEFÖRDERUNGEN

GR Alois GLATZL (1966) erhielt von der freiw. Feuerwehr Götzendorf, Gemeinde Schäffern, die Steirische Florianiplakette und von der Turn- und Sportunion Hochneukirchen-Gschaidt die Vereinsmedaille in Silber.

Mag. Franz HASENHÜNDL (1967): Oberstudienrat

Dipl.-Ing. Dr. Thomas DIETMAIER (1968): Hofrat


WIR GRATULIEREN

Zur Hochzeit:

Mag. Claudia GLÖSMANN (E) und Gerhard Fröschl am 26. August 2000 in der Pfarrkirche Stockerau.

Hochzeitspaar Fabianek

Alice Mitterbauer und Dipl.-Ing. Bernhard FABIANEK (1988) am 29. April in St. Florian in der Kirche St. Johann. Hochzeitsbilder können im WWW unter der Adresse http://fsmat.htu.tuwien.ac.at/~cfabiane/gallery/wedding/index.html bewundert werden!

Mag. Birgit KASPER (1989) und Christoph Hinterberger am 30. September 2000 um 14 Uhr in der evangelischen Pfarrkirche in Klosterneuburg.

Mag. Verena FALB (1990) und Florian Gegendorfer am 8. Juli 2000 in der Pfarrkirche St. Georg in Großweikersdorf.

Margit Zablocki und Dipl.-Ing. Martin PFANNER (1990) am 29. April 2000 in der Pfarrkirche Niederschleinz.

Zu Elternfreuden:

Mag. Gertraud (Moser/1987) und Harald KREHAN zur Geburt ihrer Tochter Helene am 31. Mai 2000

Zum Studienabschluß:

Dipl.-Ing. Gerald PFEIFER (1989): Dr. techn.

Dipl.-Ing. Thomas DVORAK (1990): Dr. techn.

Martin PFANNER (1990): Dipl.-Ing.

Dipl.-Ing. Georg WIEDERMANN (1990): Dr. techn.

Christian NEUSTÄDTER (1991): Dipl.-Ing.

Martina KRIEGLER (1992): Dipl.-Ing. (agr.)

Johannes FÜRNKRANZ (1994): bacc. theol. "baccalaureus theologiae" der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom

Elisabeth FIDESSER (1995): Mag. pharm.

Claudia TRAMPITSCH (1995): Mag. iur.


WIR TRAUERN


wHR Prim. Dr. Rudolf LANGER (1935), + 9.6.2000, begraben im FH Mistelbach

Dr. Rudolf WOLF (1935), Notar i.R., + 15.5.2000, begraben im FH Hollabrunn

Msgr. Rudolf WALTER (1936), + 12.7.2000, begraben im FH Wiener Neudorf

RegR Willibald ROJNIK (1941), + 28.6.2000, begraben im FH Weissenbach

 

Requiescant in pace!




UNSERE NÄCHSTEN MONATSTREFFEN - TERMINE ZUM VORMERKEN


Die nächsten Monatstreffen im Stammlokal Restaurant Herbert STOPFER, Wien 1., Rudolfsplatz 4, Telefon 01/5336462 finden regelmäßig an jedem 2. Montag des Monats - Treffpunkt ab 18 Uhr statt:



Montag, 11. September 2000

Wir beginnen mit diesem Tag das Arbeitsjahr 2000/2001 mit unseren monatlichen Zusammenkünften


Montag, 9. Oktober 2000

Generalversammlung mit Neuwahl des Vorstandes!

Montag, 13. November 2000

Vor unserem November-Monatstreffen gedenken wir unserer im vergangenen Jahr Verstorbenen. In der

Kirche Maria am Gestade,

1010 Wien, Salvatorgasse 12, um 18 Uhr

feiert Koll. Kaplan Mag. Markus MUTH (1990) mit uns Eucharistie. Priester, Diakone, Ordensleute und Kleriker sind zu Konzelebration bzw. Mitgestaltung eingeladen und mögen bitte bis 17.45 in die Sakristei kommen. Anschließend treffen wir einander beim Stopfer am Rudolfsplatz!



GENERALVERSAMMLUNG 2000


Die Funktionsperiode des Vorstandes endet nach dreijähriger Amtszeit im September 2000.

Der Vorstand beruft gem. § 12 lit. c der Statuten die

Ordentliche Generalversammlung 2000

für Montag, den 9. Oktober 2000, 18.00 Uhr in das Restaurant Herbert Stopfer, Wien 1., Rudolfsplatz 4,
ein.

Die Tagesordnung wird lauten:

1. Begrüßung und Feststellung der Beschlußfähigkeit

2. Bericht des Vorstandes

3. Bericht des Finanzreferenten

4. Bericht der Rechnungsprüfer und Antrag auf Entlastung des Vorstandes

5. Neuwahl des Vorstandes und der Rechnungsprüfer

6. Worte der neu gewählten Vorsitzenden

7. Allfälliges

Die Generalversammlung ist bei Anwesenheit der Hälfte aller stimmberechtigten Mitglieder beschlußfähig. Ist die Generalversammlung zur festgesetzten Zeit nicht beschlußfähig, so findet die Generalversammlung 30 Minuten später mit derselben Tagesordnung ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen statt.




TREFFPUNKT HOLLABRUNN

Wir möchten alle Kolleginnen und Kollegen an die Möglichkeit zur freundschaftlichen Begegnung aller Jahrgänge in Hollabrunn erinnern: Als Termin für das Treffen in Hollabrunn sehen wir jeweils den 2. Dienstag im März, Juni, September und Dezember vor.

Die nächsten Treffen in Hollabrunn finden daher statt:

 

Treffpunkt: GH Reisinger, jeweils 19.00 Uhr


 

HERBSTAUSFLUG 2000

STIFT MELK – NÖ. LANDESAUSSTELLUNG

Sonntag, 24. September 2000

Der traditionelle Herbstausflug der Hollabrunner Runde führt uns heuer zur Niederösterreichischen Landesausstellung in das Stift Melk. Die Ausstellung steht unter dem Thema "Die Suche nach dem verlorenen Paradies – Europäische Kultur im Spiegel der Klöster". Weiters sind im Barockstift Melk erstmals die jüngst restaurierten Kellergewölbe, der Gartenpavillon mit seinen einzigartigen Fresken und der gesamte Stiftspark zu besichtigen.


Folgendes Programm ist geplant:

08.00 Bus - ab Hollabrunn/Kirchenplatz

08.45 Bus - ab Wien/Börse

10.00 Hl. Messe in der Benediktus-Kapelle

11.15 Führung durch die Landesausstellung

13.00 Gemeinsames Mittagessen

15.00 Fahrt mit dem Schaufelraddampfer "MS Stadt Wien"

von Melk nach Dürnstein (oder alternativ mit dem Bus)

17.00 Ausklang bei einem Heurigen

19.00 Rückfahrt des Busses nach Hollabrunn und Wien

Das Interesse für unsere Herbstausflug ist sehr groß, das zeigen die erfreulichen zahlreichen Anmeldungen. Es sind alle Plätze im Bus gebucht. Es würde uns aber freuen, wenn Kolleginnen und Kollegen, die in der Umgebung wohnen, für alle Programmpunkte dazukommen und sich uns an diesem Tag anschließen!


MATURAJUBILÄEN

Maturajahrgang 1940

60-jähriges Maturajubiläum

Anläßlich des Treffens am 20. Mai 2000 gab der Direktor des Gymnasiums, HR Mag. Johannes GEYER einen umfassenden Bericht über die Ereignisse, Probleme und Strukturen der Schule mit anschließender Diskussion.

Nach dem Gedenken der verstorbenen Professoren sowie der Kolleginnen und Kollegen am Friedhof fand ein gemeinsames Mittagessen im Gasthaus Reisinger statt. Mit einer geselligen Plauderei im Stadtcafé in der Sparkassagasse klang das Treffen aus. Zum Treffen waren erschienen:

Mag. Hermine BROESIGKE (Stich), Anton FISCHER, Mag. Elfriede GARZAROLLI (Dechant), Dr. Friedrich HAUNOLD, Ernst GRIMM, Rita ICELLY (Leidl), Dr. Oskar RADDA, Mag. Margareta RADSCHEK, Erwin REIGER, Dr. Kurt RUF, Margarete STIEGLER (Schmöllerl), Mag. Florian TRUMMER, Dr. Franz ZÖCHMANN.

Die Teilnehmer des Treffens versicherten, daß sie von dessen Ablauf und dem angenehmen Gesprächsklima sehr berührt waren. Es wird allen in langer Erinnerung bleiben.

Dr. Kurt Ruf (1940)


Maturajahrgang 1950:

Fünfzigstes Maturajubiläum

Ende Juni 2000 feierte unsere ehemalige Klasse in Hollabrunn ihr 50. Maturajubiläum genau nach Plan aller dieser Feiern. Vor der Heiligen Messe, die mich durch das kräftige Singen unserer kleinen Schar erfreute, waren wir in unserer alten Schule, heute Handelsakademie Hollabrunn. Sie ist nun zeitgemäß, durch die neuen Fenster, sauberen, hellen Fußböden und Farbgestaltung freundlicher. Einer von uns skizzierte flink "Gucki", unseren ehemaligen Zeichenprofessor Arnberger, mit schwarzem Hut und Dreieck am Rücken haltend auf die Schultafel. Das heitere Erinnerungsbild lockerte sofort die Stimmung der senioren Klassenkameraden. Wir bewunderten die vielen Computer in unserem alten Schulzimmer. Alles wirkte fremd. Die sexistischen Reklameplakate junger Mädchen in Reizwäsche an den Wänden hätten zu unserer Zeit zum Skandal geführt. Aber es ist ja nun eine Handelsakademie, wo ökonomische statt humanistischer Bildung vermittelt wird. "Unsere" Schule ist jetzt in der ehemaligen Frauenober- und späteren Gendarmerieschule untergebracht. Die Vergrößerung des alten Bauwerkes ist gut gelungen. Die umgestaltete Schule wirkt ansprechend für alle, die den Bau früher nicht kannten. Der herrliche – fast noch – Jugendstil-Festsaal mit den Emporen wurde weggerissen (!), die zarten, unterteilten Fenster durch grob gerahmte Thermoscheiben ersetzt. Stolz führte uns HR Mag. Johannes Geyer, der neue Direktor, durch das Haus, erklärte uns ein zeitgenössisches Kunstwerk aus geköpften, alten Weinflaschen, das die Danaidensage darstellt. Die 50 Danaidentöchter töteten in der Brautnacht ihre Männer und müssen zur Strafe in der Unterwelt mit Sieben Wasser schöpfen. Ob der Künstler den jungen heranwachsenden Feministinnen Angst vor einer Ehe im allgemeinen einreden oder sie zur gewaltsamen Behandlung ihrer künftigen Ehegefährten (den "alten Flaschen") anregen wollte? Die richtige Antwort habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Sehr originell fand ich "das Kunstwerk" nicht. Aber man lernt nie aus: Altes muß immer wieder neu überdacht werden.

Der Direktor führte uns durch sein Reich. Auch hier gab es einen Raum für etwa 30 Computer "mit Internetanschluß". (Das philosophische Credo humanistischer Gymnasien war Latein und Griechisch als gründliches Grundwissen für logisches Denken im Kopf – heute ist es ein "Riesenwissen" im Computer – den zu betätigen viele von uns später sich so nebenbei selbst aneigneten, wie vieles andere auch, z.B. Zeitgeschichte und weitere Fremdsprachen). Wir sahen die schöne Bibliothek mit vielen Reisebüchern und schließlich den Turn- und den Festsaal mit seinen zahllosen Scheinwerfern, die offenbar heute in westlichen europäischen Ländern besonders wichtig sind, und den Radio-Senderaum. Mir gefiel dabei hauptsächlich der Hinweis auf die Zusammenarbeit mit tschechischen Schülern in englischer Sprache. Wir wunderten uns über die vielen Aktivitäten, die den Schülern hier geboten werden, und als dann der Direktor auf das maßlos rasch steigende Wissen und den zu bewältigenden Lernstoff zu sprechen kam, da dürften aber doch einige gelächelt haben. Wir behielten aber unsere Gedanken bei uns. Tempora mutantur. Nur eine von uns, übrigens die einzige, die ungetadelt bei Professor Dr. Leirer wie er selbst im starken niederösterreichischen Bauerndialekt sprechen durfte (bei allen anderen rügte er streng: "Quod licet Jovi, non licet bovi!"), platzte trocken heraus: "Na, uns‘re alte Schul’ war ma liaba, des wär’ nix füa mi." Der Herr Direktor blickte (mitleidig?) auf die Seniorin, die mit 22 Jahren promovierte Juristin und später Ministerialrat trotz zahlreicher Kinder wurde.

Heute mögen viele vor allem unseren intensiven Griechischunterricht als anachronistisch ansehen. Fast keine(r) von uns hätte ihn missen wollen. Es war wunderschön, die Tiefen und Ursprünge unserer Kultur kennen zu lernen. Griechische Epen zu lesen ist literarische Kammermusik. Es soll ja auch heute noch junge Menschen geben, die barocke Tonkunst schätzen. "Pepperl" (Prof. Dr. Leirer) hatte nach unserer Matura zu mir gesagt: "Na, i waß, Du wirst es a no einmal lernen müassen!" Er hatte recht, und das "Es" war nicht wenig und machte Freude. Aber den Ansporn dazu verdanke ich doch dem Hollabrunner humanistischen Gymnasium.

Das Jubiläumstreffen klang nach einem besinnlichen Friedhofsbesuch fröhlich bei einem Heurigen aus.

Herta Burger-Ringer (1950)


GYM – NEWS

NEUES AUS DEM HOLLABRUNNER GYMNASIUM


Schul-Theater und Schulfest

"Das Mädel aus der Vorstadt" von Johann Nestroy war diesmal das ehrgeizige Projekt des Eltern-Lehrer-Schüler-Theaters, das in Juni in vier Vorstellungen zahlreiche Besucher begeistert hat. Mag. Judith LOY (Matiegovsky/1981) als Obfrau des Elternvereins und Mag. Gabriele EISERLE als Leiterin des Bühnenspiels der Schule stellen bereits wieder Überlegungen für das nächste Projekt an.

Im Rahmen des Schulfestes am 24.Juni wurden auch erstmalig zwei Schüler für besondere Leistungen durch eine finanzielle Zuwendung der Hollabrunner Runde ausgezeichnet. Gerhard KREUCH und Jennifer FRANK (beide Europaklasse 5.B) hatten sich in besonderer Weise für Theater, GymRadio und musikalische Projekte der Schule engagiert.


GymRadio 94.5

Es ist soweit: GymRadio auf der Frequenz UKW 94.5 hat seinen Probebetrieb begonnen. Das Jugend- und Lokalradio (College & Community Radio Hollabrunn) sendet vom Turm des Gymnasiums als erstes Schul- und Jugendradio Österreichs. Nach dem offiziellen redaktionellen Start voraussichtlich Mitte Oktober wird GymRadio 94.5 die Region Hollabrunn versorgen, wobei auch über Internet ein weltweiter Empfang möglich gemacht wird.

Aus dem Projekt Radiojournalismus (einzigartig in Österreich!) beginnt sich ein eigener Radiosender zu entwickeln, der ab dem Jahr 2001 einen täglichen Sendebetrieb auf UKW für den Raum Hollabrunn eröffnen soll. Bereits jetzt ist auf MW 1476 jeden Freitag um 19 Uhr 30 GymRadio Hollabrunn on air!


Jahresbericht 1999/2000:

Restexemplare des Jahresberichtes über das vergangene Schuljahr sind in der Kanzlei erhältlich bzw. können gerne auf Wunsch zugeschickt werden.


Matura 2000 – "Weiße Fahne"!:

Alle 38 Schülerinnen und Schüler der 8.Klassen haben die Reifeprüfung im Haupttermin bestanden. Der Maturajahrgang 2000 konnte dieses tolle Ergebnis mit der weißen Fahne gebührend feiern.


Schulorganisation – Das neue Schuljahr

139 Schulanfänger haben sich heuer für eine erste Klasse in unserer Schule angemeldet, wobei auch viele Schüler aus der weiteren Umgebung das Hollabrunner Gymnasium wählen, obwohl sie damit einen längeren Schulweg in Kauf nehmen. In diesem Schuljahr besuchen 688 Schülerinnen und Schüler in 28 Klassen unsere Schule.

Übrigens: Besuchen Sie uns im Internet: http://www.bghollabrunn.ac.at/

Hofrat Mag. Johannes GEYER, Direktor




MITTEILUNGEN DER HOLLABRUNNER RUNDE

NACHRICHTEN DER ABSOLVENTENVEREINIGUNG DES GYMNASIUMS HOLLABRUNN

Nr. 3 – September 2000

IMPRESSUM:

Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: HOLLABRUNNER RUNDE -

Absolventenvereinigung des Gymnasiums Hollabrunn

www.bghollabrunn.ac.at/~hollabrunner.runde/

e-mail: hollabrunner.runde@bghollabrunn.ac.at

Vorstand:

Hofrat Dr. Heribert HOLZER, Vorsitzender

Fr. Koloman HIRSCH OSB, Vorsitzender-Stellvertreter

e-mail: koloman@stiftgoettweig.at

DI Dr. Franz SURBÖCK, Finanz-/Organisationsreferent

Prof. Mag. Josef LANGER, Standesreferent

e-mail: Josef.Langer@r.htl-hl.ac.at

Fax-Nummer: 02952/34009

Vereinssitz: 2020 HOLLABRUNN, Reucklstraße 9

Postanschrift: 2020 HOLLABRUNN, Postfach 14

Redaktion und für den Inhalt verantwortlich:

Fr. Koloman (Rudolf) HIRSCH OSB, 3511 Stift Göttweig, 02732/85581-230 und 253 DW; FAX 377 oder 244 DW

http://www.stiftgoettweig.at/

e-mail: koloman@stiftgoettweig.at

Druck. S.MELZER, 1070 Wien, Vogtgasse 29

Bankverbindung:

WEINVIERTLER SPARKASSE HOLLABRUNN, BLZ 20220

Konto Nummer 0000-05702