Aus der Zeitschrift "missio" Mai/Juni 1999:

HIRTE MIT HERZ

Ein Gedenken zum 5. Todestag von Bischof Florian KUNTNER (1952)

Von Wolfgang Engelmaier - missio austria

Florian Kuntner – der Name hat einen guten Klang bei vielen Christen - das gilt auch 5 Jahre nach seinem Tod am 30. März 1994. An die 1000 Menschen kamen zum Gedenkgottesdienst in den Stephansdom, unter ihnen die Bischöfe Krätzl und Kräutler.

Kalt war es in der Kirche, aber was konnte den 1000 der äußere Frost anhaben bei der inneren Wärme, die sich entfachte, als Erwin Kräutler, Bischof vom Xingú, das sonnige Wesen seines Freundes Florian Kuntner in glühenden Farben schilderte: "Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, wie er mich damals am Xingú besucht hat. Jung und Alt hatte ihn sofort gern, niemand hat ihn vergessen. Er machte nicht viele Worte über die Liebe, als er bei uns war, aber er strahlte sie aus: die Liebe zu den Armen und Ausgegrenzten."

Jeder im Dom konnte bestätigen, was Bischof Erwin über das besondere Charisma Bischof Florians ausführte: "Er war nicht einer, der alles schon wußte, sondern einer, der zuhörte, der Interesse hatte, der Anteilnahme zeigte, Mitleid hatte und barmherzig war. Ich bin stolz auf unsere Kirche in Österreich!", rief Kräutler ins vollbesetzte Kirchenschiff, "stolz, weil es einen Bischof Florian gegeben hat. Und ich bin glücklich, nach so vielen Jahren so viele Menschen hier im Stephansdom zu sehen, die Florian Kuntners gedenken als eines Menschen, der voll und ganz Hirte war, Hirte mit dem Herzen, der die Gegenwart Christi unter den Menschen spürbar gemacht hat." Damals, als er erfuhr, daß Bischof Florian im Spital lag und es schlecht um ihn stand, da hat Bischof Erwin in Amazonien, am anderen Ende der Welt, seine Leute zusammengeholt, und dann haben sie für Florian Kuntner gebetet. Und als Gott den herzlichen Hirten zu sich holte, da setzte sich Erwin Kräutler an seine Schreibmaschine und schrieb einen Brief: "Lieber Vater im Himmel, schicke uns bald wieder einen Bischof Florian, der so weltweit denkt, sich in solch liebender Hingabe für die Ärmsten einsetzt und keine Grenzen und Einschränkungen kennt." Applaus brandet auf mitten während der Predigt, als Bischof Kräutler diese Worte zitiert. Dom Erwin hält inne, und lächelnd sagt er ins Mikrofon: "Das hat er wohl verdient, der gute Freund."

Ja, er hat sie verdient, diese ungebrochene Sympathie, die seiner Person und seinem Lebenswerk auch 5 Jahre nach seinem Tod entgegen gebracht wird. Die 1000 im Stephansdom gaben Zeugnis davon, und auch sonst gibt es Anzeichen dafür, daß es nicht weniger, sondern eher mehr werden, die seinem Beispiel folgen wollen. Wie sonst wäre es zu erklären, daß in diesen 5 Jahren schon zwei Bücher erschienen sind ("Knospen im Winter der Kirche" und "Spuren eines Weges"), die sein Vermächtnis bewahren? Sein Anliegen weiterzutragen, dazu dient auch der "Bischof Kuntner-Fonds", den missio eingerichtet hat, um den pastoralen Herzenswunsch des langjährigen Nationaldirektors Kuntner weiter zu fördern: die Ausbildung von Katechisten für lebendige Gemeinden in den Jungen Kirchen des Südens. Und in der Pfarre Piesting (NÖ), wo Bischof Florian in den sechziger Jahren Pfarrer war, will man dem Verstorbenen sogar ein Denkmal setzen: einen "Gedenkstein für eine offene Kirche". Die Finanzierung der Skulptur aus Stein und Glas soll mit Spenden erfolgen, wobei sich das Patronatskomitee, dem u.a. auch Kardinal König angehört, zum Ziel gesetzt hat, zumindest das Doppelte er erforderlichen Summe zu "erbetteln" und mit dem Überschuß den Bischof Kuntner-Fonds zu dotieren.

 

"Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe", diesen Satz aus dem Johannesevangelium hat Bischof Kräutler zum Leitmotiv seiner Gedenk-Predigt gewählt. Das kleine Wörtchen "wie", auf das komme es an in diesem Satz, betont er: "Jesu Liebe reicht bis zum Kreuz, bis nach Golgotha, wo er seine Mission vollbrachte, sein Weg geht bis zur Vollendung, bis zum Äußersten. Ich denke, daß Bischof Florian dieses Gebot in seinem Leben verwirklicht hat. Gut, er ist nicht als Märtyrer ermordet worden, das nicht, aber er starb an einer Krankheit, die er sich auf einer seiner Missionsreisen zugezogen hatte. Wäre er immer zu Hause geblieben, hätte er all diese Mühen nicht auf sich genommen, um die Kirche in der Welt kennenzulernen, wer weiß, vielleicht würde er heute noch unter uns leben. Ich glaube manchmal, daß Bischof Florian gerade wegen dieses Einsatzes auf allen Kontinenten so früh von uns gegangen ist."

Früh gegangen, und doch weiter präsent: "Ich sage nicht, ich war sein Freund, sondern ich sage, ich bin sein Freund", schließt Erwin Kräutler seine Rede: "Und ich weiß, daß Bischof Florian dort, wo er jetzt ist, in der Seligkeit des Herrn, im Frieden Gottes, für uns alle eintreten wird, und ganz besonders für unsere liebe Kirche in Österreich."


EHRUNGEN – ERNENNUNGEN -BEFÖRDERUNGEN

Und ein zweites Mal:

"Erzbischof Rohracher-Studienfonds"

Nach Erscheinen der letzten Mitteilungen 1/99, in denen wir von der Preisverleihung an unseren Kollegen UnivDoz. P. Dr. Emmanuel BAUER (1977) berichteten, erlangten wir Kenntnis, daß ein weiterer Preis dieses Fonds an eine Vertreterin des Hollabrunner Gymnasiums gegangen ist, worüber wir uns natürlich ganz besonders freuen: An Frau Mag. Dr. Eva Neumayr, seit September 1996 für die Fächer Musik und Englisch an unserem Gymnasium und dem Gymnasium, allen Absolventen, Schülern und Kollegen im höchsten Maße verbunden, überreichte der Salzburger Erzbischof Dr. Georg EDER ebenfalls am 15.12.1998 den Dritten Preis des Erzbischof-Rohracher-Studienfonds 1998.

Der Preis wurde ihr für die Dissertation "Die Propriumskompositionen des Johann Ernst Eberlin (1702-1762)" zuerkannt. Auch wenn Frau Mag. Dr. Neumayr nicht Absolventin des Gymnasiums ist, macht das keinen Unterschied in unserer Freude, zählen doch für uns auch die Lehrer immer zum engsten Freundeskreis des Absolventenverbandes. Wir haben ihr für ihr Interesse an unserer Hollabrunner Runde zu danken und gratulieren herzlich zur verdienten Auszeichnung.

Gf. GR a. D. ObSekr. Johann DRESCHKAY (1964): Ehrenmedaille (1995) und Ehrenring (1998) der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern

Dr. med. univ. Franz Andreas FIRMKRANZ (1985): Ernennung zum Arzt für Allgemeinmedizin (Praktischer Arzt) durch die Österreichische Ärztekammer am 31.8.1998


WIR GRATULIEREN

Zur Hochzeit:

Mag. Olivia CZINK (1988) mit Max Kamhi am 29.Mai 1999 im Rathaus Krems-Stein

Dipl.-Ing. Andreas HECHT (1984) und Anita Irschik am 15.Mai 1999 in der Pfarrkirche St. Michael in Pulkau

Manuela MAYER (1991) und Leopold Lehner am 26.Juni 1999, um 14 Uhr, in der Pfarrkirche "Peter und Paul" in Stranzendorf.

Elisabeth PIMBERGER (1995) und Franz Rohringer am 14.August 1999 um 14 Uhr in der Pfarrkirche Wullersdorf.

Zu Elternfreuden:

Harald und Gertraud KREHAN (Moser/1987) zur Geburt des Sohnes Markus am 5.März 1999 im KH Hollabrunn

Zum Studienabschluß:

Thomas PRIESTER (1994): Mag. art., er unterrichtet am Gymnasium Hollabrunn Musikerziehung


WIR TRAUERN

Johann FALLY (1934), Amtsdirektor i.R., + 27.3.1999, begraben im FH Mistelbach

KR Johann BÖSMÜLLER (1935), Pfarrer i.R., + am 28.5.1999, begraben im FH Guntramsdorf

KR Martin ROMSTORFER (1935), Pfarrer i.R., + 8.4.1999, begraben im FH Leobendorf

OMR Dr. med. Franz GEIER (1936), + 9.2.1999, begraben im FH Grinzing, Wien

GR Andreas PLANK (1933) + lt. Mitteilung der Post

Johann LANGER (1953) + lt. Mitteilung der Post

Requiescant in pace!


UNSERE NÄCHSTEN MONATSTREFFEN - TERMINE ZUM VORMERKEN

Die nächsten Monatstreffen in unserem Stammlokal Restaurant Herbert STOPFER, Wien 1., Rudolfsplatz 4, Telefon 01/5336462 finden regelmäßig wieder ab September an jedem 2. Montag des Monats - Treffpunkt ab 18 Uhr - statt:

 

Montag, 14. Juni 1999

Das letzte Treffen beim Stopfer vor der Sommerpause, die wir dann mit dem großen Sommerheurigen am 12. Juli beim Steinschaden feiern wollen

 

Das erste Treffen im Herbst findet dann am

Montag, 13. September 1999

in der gewohnten Umgebung unseres Stammlokals beim Stopfer statt. Treffpunkt ab 18 Uhr.

 

 

TREFFPUNKT HOLLABRUNN

 

Wir möchten alle Kolleginnen und Kollegen an die Möglichkeit zur freundschaftlichen Begegnung aller Jahrgänge in Hollabrunn erinnern: Als Termin für das Treffen in Hollabrunn sehen wir jeweils den 2. Dienstag im März, Juni, September und Dezember vor.

Die nächsten Treffen in Hollabrunn finden daher statt:

Treffpunkt: GH Reisinger, jeweils 19.00 Uhr

 


Herzliche Einladung zum

SOMMER - HEURIGEN

der Hollabrunner Runde

Montag, 12. Juli 1999 ab 18.00 Uhr beim

Heurigen STEINSCHADEN

Wien 19., Kahlenbergerstraße 18

Telefon 01/3701375

(Eingang Endstation Linie D)

 


  
UNSER HERBSTAUSFLUG 1999 - STIFT ALTENBURG

 Der traditionelle Herbstausflug der Hollabrunner Runde führt uns dieses Jahr in das Stift Altenburg (neu renovierte Kuppelfresken in Kirche und Kaisertrakt, Sonderausstellung "Mönche, Maurer, Maler" über den handwerklichen Hintergrund des Stiftsbaus mit modernen museumspädagogischen Elementen).

Folgendes Programm ist geplant:


Sonntag, 19. September 1999

08.15   Bus - ab Wien/Börse
09.00   Bus - ab Hollabrunn/Kirchenplatz

10.00   Hl. Messe in der Stiftskirche

Das Stift Altenburg feiert an diesem Tag seinen
Klosterpatron, den hl. Lambert mit einem festlichen Gottesdienst, den wir mitfeiern dürfen.

11.00   Führung durch das mittelalterliche Kloster mit Prior P. Mag. Dr. Albert Groiß

12.00   Gemeinsames Mittagessen Kaiserhof-Stüberl des Stiftes

14.00   Führung durch die Sonderausstellung  "Mönche, Maurer, Maler"

16.00   Ausklang bei einem Heurigen in der Umgebung

19.00   Rückfahrt nach Hollabrunn und Wien

 Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen und ihre Familien sehr herzlich zu diesem Herbstausflug ein.

 


MATURAJUBILÄEN

Maturajahrgang '94 in Rom


Bei unserem vierjährigen Maturatreffen 1998 machte Johannes Fürnkranz den Vorschlag, daß wir unser nächstes Treffen bei ihm in Rom - er studiert dort - abhalten könnten. Also begannen wir sofort damit, alles zu organisieren, und in den Osterferien war es dann endlich soweit: Zu siebent (fünf Kollegen und zwei Freunde) stiegen wir in den Zug und kamen in Rom mit etwas Verspätung, aber doch alle gesund und munter an. Dort wartete bereits Johannes auf uns, brachte uns in unser Quartier und begann gleich danach, uns Rom von seinen besten Seiten zu zeigen: Lauter Autos mit Parkschäden, die wildesten Mofa-Fahrer auf der Welt, rote Ampeln, die man immer als grün interpretiert, ...

In den fünf Tagen, in denen wir dort waren, erfuhren wir eigentlich so ziemlich alles, was man über Rom so wissen sollte: Wir lernten die verschiedensten Kirchen (und es gibt ja um die 300 dort) kennen und auch andere Sehenswürdigkeiten wie den Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe, die Engelsburg. Einer der Höhepunkte unserer Führungen waren die Vatikanischen Gärten mit ihren Brunnen und wunderschönen Gartenanlagen.

Nach den fünf Tagen waren wir zwar alle ziemlich k.o., aber den schönen Aufenthalt in der Ewigen Stadt werden wir nicht so schnell vergessen.

Markus Winnisch (1994)

 


 

"Das Haus in Montevideo"

Schüler, Lehrer und Eltern spielen wieder Theater!

 

Der außergewöhnliche Erfolg des vorjährigen Theaterereignisses hat die Schulgemeinschaft wieder zu einem tollen Projekt ermuntert. Am 19., 20., 25. und 27.Juni 1999 gibt das aus Schülern, Lehrern und Eltern zusammengesetzte und überaus engagierte Theaterensemble in der Inszenierung von Heinz Skarke Vorstellungen des Stückes "Das Haus in Montevideo" von Curt Goetz. Der Eifer aller Darsteller und Beteiligten verspricht einen wahrhaft vergnüglichen Abend, den man sich nicht entgehen lassen sollte! Daher: Rechtzeitig Karten sichern! (Sekretariat des Gymnasiums: 02952/2628) Nähere Informationen gibt es auch auf unserer Schulhomepage: www.bghollabrunn.ac.at


JAHRESBERICHT ERSCHIENEN

Ende Juni erscheint der JAHRESBERICHT DES SCHULJAHRES 1998/99, der wieder eine Gesamtschau über das vergangene Schuljahr bringt und einen Einblick in die Vielfalt des gegenwärtigen schulischen Geschehens eröffnet. Einige treue Absolventen werden, wie in den vergangenen Jahren, ein Exemplar zugeschickt bekommen.

Weitere Wünsche um Zusendung des Jahresberichtes (ATS 80.- + 15.- Versandkosten) bitte an die Kanzlei der Schule (Telefon 02952/2628). Eine Gelegenheit für die große Zahl unserer Absolventen, so die Verbundenheit mit der Schule zu zeigen und damit auch wichtige schulische Projekte zu unterstützen. Der Vorstand der Hollabrunner Runde darf diese Einladung des Direktors unserer Schule, HR Mag. Johannes GEYER, kräftig unterstützen!

 

MATURAJAHRGANG 1999

In dieser Nummer findet sich auch das Verzeichnis des Maturajahrganges 1999, den wir im Kreis des Absolventenverbandes herzlich willkommen heißen. Die Damen und Herren Maturanten gehören mit der Matura unserer Hollabrunner Runde an und erhalten ab sofort unsere Mitteilungen auf dem Postweg zugesandt. Ebenso dürfen wir jedem von ihnen die aktuelle Ausgabe des Jahrgangsverzeichnisses der Hollabrunner Runde übergeben. Wir hoffen, daß unsere jüngsten Absolventen, über die Hollabrunner Runde den Kontakt zur großen Schar der "Alt-Hollabrunner" aufrecht erhalten und auch unsere Treffen besuchen werden – dazu ergeht die herzliche Einladung immer mit den Mitteilungen.

Wir bitten auch alle neuen Mitglieder aus dem Maturajahrgang 1999, uns alle Neuigkeiten (Studienabschlüsse, Heirat, Geburten, berufliche Veränderungen und vor allem Adreßänderungen mitzuteilen und auch für Nachrichten an die Jahrgangskolleginnen und –kollegen sich der Mitteilungen zu bedienen. Die Kontaktadressen finden sich im nebenstehenden Impressum.

 

Und noch ein wichtiges Anliegen: Alle Absolventen des Hollabrunner Gymnasiums sprechen sich – ohne Rücksicht auf Alter und beruflichen und gesellschaftlichen Rang – ausnahmslos mit dem DU-Wort an!

 

 


PRESSESTIMMEN . . .

 

 

1974      25 Jahre     1999

Aufbaugymnasium Hollabrunn

Festgottesdienst mit Kardinal Schönborn

Mit einem von Kardinal Christoph Schönborn zelebrierten Gottesdienst wurde das 25jährige Bestehen des kirchlichen Aufbaugymnasiums in Hollabrunn gefeiert. An der Messe wie an dem anschließenden Festakt nahmen auch hohe Vertreter aus der Landespolitik teil. Der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, Adolf Stricker, erinnerte dabei an die bewegte pädagogische Zeit der siebziger Jahre. Mit der Schulgründung, die der spätere Wiener Erzbischof, Kardinal Hans Hermann Gror, durchgeführt hatte, konnte die Kirche als bewährte Partnerin im Bereich der Bildung damals ein "klares bildungspolitisches und selbstbewußtes Signal" setzen, für das man noch heute dankbar sei. Durch die Eröffnung einer Unterstufe im vergangenen Jahr habe man das Angebot am Erzbischöflichen Gymnasium noch erweitert und damit auch im Norden der Wiener Erzdiözese eine katholische Höhere Schule zur Verfügung gestellt. Die starke Nachfrage beweise die Richtigkeit dieser Entscheidung.

Kardinal Schönborn zeichnete in seiner Festansprache die Geschichte des Hauses, in dem bis vor wenigen Jahren ein sogenanntes "Kleines Seminar" beheimatet war. Seit den Anfängen dieser Institution in der Mitte des vorigen Jahrhunderts hätten sich die Erzbischöfe Wiens um eine eigenen Schulgründung für ihre Seminaristen bemüht. Nun feiere die Schule – die gegründet wurde, als der Seminarbetrieb tendenziell schon abzubröckeln begann – ihr Jubiläum in schon um die Unterstufe erweiterter Form. Man hoffe, dieses Haus wieder komplett mit Leben zu füllen, die Errichtung eines Schulzentrums sei geplant. Der Kardinal dankte besonders den Verantwortlichen des Landesschulrats für Niederösterreich, in dessen Bereich im vorigen Jahr noch eine zweite Schulgründung der Erzdiözese erfolgte: Eine Volksschule am Standort Sacre Coeur Preßbaum.


Über die Aufgabe der katholischen Schulen sagte Kardinal Schönborn, daß diese – wie auch der Religionsunterricht – das "Moment der Confessio, des klaren Bekenntnisses zu einem ganz bestimmten Standpunkt" in die Schule brächten. Sowohl der weltanschaulich neutrale Staat, der ja beileibe nicht wertneutral sei und es auch nicht sein könne, als auch die pluralistische Gesellschaft brauchten solche Orte. Der freiheitlich verfaßte Staat brauche starke religiöse Gruppen, weil sie ihre Werte mit einem hohen Anspruch auf Verbindlichkeit in den öffentlichen Diskurs einbringen. Religionsgemeinschaften könnten den Menschen Haltungen zumuten, die der freiheitlich verfaßte Staat seinen Bürgern so nicht abverlangen dürfe.


Orientierung statt Durcheinander

Schönborn verwies aber auch auf den Bedarf an katholischen Schulen in der pluralistischen Gesellschaft, die nicht lebbar sei, wenn sie zu einem unübersichtlichen und undifferenzierten Durcheinander werde: "Sie generiert dann Fundamentalismen verschiedenster Art". Wer zur Vielfalt der pluralistischen Gesellschaft stehe, sie erhalten möchte und die Haltung der Toleranz grundlegend ermöglichen wolle, müsse sich daher um jeweilige "Bestimmtheit" bemühen. Die Antwort auf eine veränderte gesellschaftliche Situation, in der alle sich erst neu zu orientieren haben, könne nicht im Verzicht auf "Bestimmtheit" bestehen. Die orientierende Antwort sei auch Aufgabe der katholischen Schule und der "Kairos", den Theologie und Religionsunterricht, aber auch Kirche insgesamt wahrzunehmen hätten. Kirche könne und solle – auch in ihren Schulen – im "kulturellen und religiösen Pluralisierungs-Prozeß der Gegenwart eine unterscheidbare Stimme behalten".
kathpress


 

MITTEILUNGEN DER HOLLABRUNNER RUNDE

NACHRICHTEN DER ABSOLVENTENVEREINIGUNG DES GYMNASIUMS HOLLABRUNN

Nr. 2 – JUNI 1999

IMPRESSUM:

Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: HOLLABRUNNER RUNDE -

Absolventenvereinigung des Gymnasiums Hollabrunn

Vorstand:

Hofrat Dr. Heribert HOLZER, Vorsitzender

Fr. Koloman HIRSCH OSB , Vorsitzender - Stellvertreter

e-mail: koloman@via.at

DI Dr. Franz SURBÖCK, Finanz-/Organisationsreferent

Prof. Mag. Josef LANGER, Standesreferent

e-mail: josef.langer@r.htl-hl.ac.at

Fax-Nummer: 02952/34009

Vereinssitz: 2020 HOLLABRUNN, Reucklstraße 9

Postanschrift: 2020 HOLLABRUNN, Postfach 14

Redaktion und für den Inhalt verantwortlich:

Fr. Koloman (Rudolf) HIRSCH OSB, 3511 Stift Göttweig, 02732/85581-230 und 253 DW; FAX 377 oder 244 DW

http://www.stiftgoettweig.or.at/

e-mail: koloman@via.at

Druck. S.MELZER, 1070 Wien, Vogtgasse 29

Bankverbindung:

WEINVIERTLER SPARKASSE HOLLABRUNN, BLZ 20220

Konto Nummer 0000-05702

 

P.b.b. Erscheinungsort Hollabrunn

Zulassungsnummer: 22230W69U

Verlagspostamt 2020 Hollabrunn.

Aufgabepostamt 1150 Wien