Webinar: „Die Reise meines Handys“

Die Teilnehmer*innen der 6ABC in katholischer Religion haben am 19.5.2020 von 12:00 bis 13:20 die Möglichkeit genutzt, bei einem Webinar vieles über den Abbau der Rohstoffe sowie die Herstellung und die Entsorgung von Smartphones zu erfahren.

Gastreferentin war Anna Gatschnegg von Südwind Niederösterreich.

Was ist ein Webinar?

Es ist ein Workshop, der online in Form einer Videokonferenz stattfindet (mit Präsentation, Chat, Video, Kleingruppen in Break-Out-Rooms etc.). 

Einige Minuten vor Beginn mussten wir mit dem zugesandten Link einsteigen und es wurde uns der weitere Ablauf erklärt. Informationen der Referentin wechselten sich mit Videobeiträgen und Gesprächen darüber ab. Zweimal wurden wir durch die Referentin in Gruppen geteilt, um in Teams mit höchstens drei Leuten anfallende Themen zu besprechen. Dieses zufällige Zusammenwürfeln wurde als sehr positiv erlebt. 

Die Länge des Webinars mit 75 Minuten war etwas anstrengend, aber alle finden es wichtig, dass mehr  Menschen über dieses Thema erfahren.

Hier einige Stellungnahmen der Schüler*innen:

  • Mir war bewusst, dass ein Handy aus vielen Rohstoffen besteht, aber nicht, dass es so extrem viele verschiedene sind. Es ist echt ein Wahnsinn, was hinter diesen kleinen, elektronischen Geräten alles steckt.
  • Der Herstellungsprozess in den großen Firmen mit Fließbandarbeit war mir bewusst, jedoch nicht der ganze Rohstoffabbau in Südamerika oder anderen Ländern.
  • Es fast unmöglich, ein „faires Handy“ herzustellen: die schlechten Arbeitsbedingungen, die verseuchte Umwelt, die schlechte Versorgung der Arbeiter und das geringe Gehalt.
  • Es wurde mir bewusst, dass beim Handy alles problematisch ist, vom Abbau über die Verarbeitung bis zur Entsorgung.
  • Ich habe sehr viel Neues über die Herstellung erfahren. Natürlich weiß jeder, dass viele Handys aus China und aus keinen guten Arbeitsverhältnissen kommen, allerdings habe ich es unterschätzt! 

 

Welche Praktiken schockieren mich?

Hast du gewusst, dass...

  • ... die Rohmaterialien unter schlechten Umständen abgebaut werden und oft Kinder schon mithelfen müssen, wenn sie eigentlich in die Schule gehen sollten
  • ... die Arbeiter in allen Arbeitsschritten ausgenutzt werden, beginnend mit dem Rohstoffabbau, endend mit der Fertigstellung in den Fabriken. 
  • ... die Arbeitsumstände schockierend sind, da die Arbeiter keine Schutzkleidungen tragen oder unterbezahlt sind. Sie sind vielen giftigen Stoffen ausgesetzt, und das ist ihnen oft nicht einmal bewusst. Sie gefährden ihre Gesundheit, weil die Arbeit in den Fabriken oft die einzige Möglichkeit ist, um Geld für die Familie zu verdienen. (Laut Referentin müssen sich die Arbeiter*innen oft die Schutzkleidung selber besorgen, aber sie haben dafür kein Geld und wissen oft gar nicht, dass ihre Gesundheit gefährdet ist.)
  • ... den Chefs ihre Arbeiter egal sind und dass manche Handys so teuer sind, aber trotzdem die Arbeiter, die die Rohstoffe abbauen, unterbezahlt sind
  • ... die Menschen, die in den Minen arbeiten, dort wie Sklaven behandelt werden, die Arbeitsbedingungen so extrem schlecht sind und die ganze Umwelt dort verseucht ist.

 

Was kann ich tun, um die Benutzung bzw. Herstellung von Handys fairer zu machen?

Ich kann mein Handy lange benutzen, also bis das alte kaputt ist, und das nicht nur bei Handys, sondern auch bei anderen Elektrogeräten. Außerdem muss es kein neues Handy sein, man kann sich auch ein gebrauchtes kaufen. 

Ich sollte mich genau informieren, woher das Handy kommt. Aber es ist auch notwendig, andere Leute über die Herstellung zu informieren, zum Beispiel auch über Social Media.

Grundsätzlich ist es gut, wenn man sein Handy so lange wie möglich hat. Man kann sich auch gebrauchte Geräte kaufen, die einwandfrei funktionieren (www.refurbed.at). Außerdem gibt es ja mittlerweile die Möglichkeit, fair produzierte Handys zu kaufen, z.B. www.fairphone.com.

Es ist wichtig, Informationen zu verbreiten. Ich bin mir sicher, dass nicht jedem bewusst ist, was hinter einem Handy steckt, dass es von Beginn an bis zur Entsorgung problematisch ist.

Der Monitoring-Organisation „Electronics Watch” beitreten, denn diese tritt für Fairness auf allen Ebenen in der globalen Produktion von Elektronikgeräten ein und organisiert einen fairen Einkauf für öffentliche Auftraggeber.

 

Wie schaut es mit der Entsorgung der Smartphones und anderer elektronischer Geräte aus?

Dieser Punkt ist im Webinar nur kurz angesprochen worden, aber es ist uns bewusst, dass wir die Smartphones und andere elektronische Geräte nur über die Problemstoff-Sammelstellen der Gemeinden, über die Elektronikhändler oder die Ö3 Wundertüte entsorgen werden.

Wer jetzt noch mehr über das Thema Smartphone wissen möchte, findet interessante Artikel über Abbau, Herstellung und Entsorgung von Smartphones unter www.suedwind.at. 

Hier noch zwei Bilder von der Entsorgung des Elektromülls auf einer Deponie in Ghana: Hunderte von Kindern suchen den Boden mit bloßen Händen nach Buntmetall ab. Geräteteile werden offen zertrümmert und Kabel verbrannt, wobei giftige Dämpfe entweichen.