Lange Rede…langer Sinn!

Am Dienstag, dem 22. Oktober 2019, besuchte die BE-Gruppen der 8A und 8B in Begleitung von Herrn Prof. Puschnik und Frau Prof. Sagbauer die Ausstellung des italienischen Kriegsfotografen Livio Senigalliesi in der Galerie „GrenzArt“ in Hollabrunn. 

 

Der Fotograf war sichtlich begeistert aufgrund der ungeteilten Aufmerksamkeit, die man ihm während seiner Vorträge entgegenbrachte, und entpuppte sich als ein sehr gesprächiger Mensch. Während seines Referierens und des Anschauens seines eigens produzierten Dokumentarfilms schien die Zeit ihren Atem anzuhalten. Beim späteren Betrachten der Bilder, die schonungslosen Einblick in die traumatischen Erfahrungen des Fotografen gaben, schien sie leider umso schneller zu verstreichen. Ein Bild lag dabei dem Fotografen besonders am Herzen. Es zeigt einen Mann, der sich aus seinem Fenster lehnt, um das Feuer in der Wohnung nebenan zu löschen. Senigalliesi erzählte dazu: „Damals, als der Krieg die Gesellschaft teilte, wurde meine Wohnung in Brand gesteckt. Als der Mann auf dem Bild den Brandgeruch vernahm, zögerte er nicht, mich zu warnen. So konnte ich meine Wohnung verlassen, ehe sie lichterloh brannte, und Fotos von ihm machen, der versuchte, mit einem Kübel Wasser das Feuer zu löschen. Ich bin noch heute mit ihm befreundet.“

 

Diese Geschichte schenkt Hoffnung in den Stunden der kriegerischen Dunkelheit. Es war ein Privileg, sie aus erster Hand von Livio Senigalliesi erfahren zu dürfen. Er ist ein Mann mit einer Mission, wie er sich selbst bezeichnet. Es ist ihm ein Anliegen, die Menschen mit seinen Bildern und seinen Geschichten zu berühren. Schade ist es trotzdem, dass zum genaueren Betrachten der doch hochkomplexen Fotos keine Zeit mehr blieb… 

 

„Kriege entstehen aus dem Scheitern, das Menschsein der anderen zu verstehen.“ (Dalai Lama) 

 

Eva-Maria Wagner, 8B