Mauthausen  - Mahnmal und Gedenkstätte

Alle Schüler-innen der 4. Klassen, insgesamt 108 Mädchen und Burschen aus den Klassen 4A, 4B, 4C, 4D und 4E, besuchten am 18. März 2012 das KZ Mauthausen. Das ist jener geschichtsträchtige Ort nahe von Linz, an dem mehr als 100.000 Menschen der systematischen Massenvernichtung der Nationalsozialisten während des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen sind.

Aus dem Geschichtsunterricht wurden die Fragen: „Wie konnte das geschehen?“ und „Sind diese Gräueltaten überhaupt zu verstehen?“ mit auf die Reise gegeben. Ein ausgezeichnetes Führungskonzept, aufgeteilt in 4 Gruppen, entpuppte sich als steiniger und beschwerlicher Weg darauf eine Antwort zu finden. So erfuhren die Schüler-innen vor dem Lazarett, dass dies kein Ort der Krankenpflege sondern nur eine Stätte des Sterbens war. Innerhalb von 3 Monaten nach dem Einlieferungstermin waren die Häftlinge umgekommen! Im Steinbruch mit Blick auf die Todesstiege wurden den Insassen Arbeiten abverlangt, die nur als Folter und als zielstrebiges Töten bezeichnet werden kann. Und an der Klagemauer verlor jeder Neuankömmling seine Identität. Er wurde zu einer Nummer degradiert. Nackt, ohne Namen, ohne persönliche Habseligkeiten und ohne Erinnerungsgegenstände an seine Familie.

Derart schreckliche Erlebnisberichte von KZ-Insassen konnten die Jugendlichen selbst vorlesen und in einer Diskussion verarbeiten. Das stimmte alle sehr nachdenklich, machte tief betroffen und warf eine weitere Frage auf: „Was hat die Menschen während der NS-Herrschaft zu solchen Gräueltaten verleitet?“ War es die umfassende, politische NS-Propaganda? War es die wirtschaftliche Not der Zwischenkriegszeit oder der Kriegsjahre ab 1939? Oder war es ganz einfach die Gleichgültigkeit der „arischen Herrenmenschen“ gegenüber Volksschädlingen und verschiedensten Randgruppen?

So ergaben sich viele schwierige Fragen, die zum Teil im KZ selbst oder in der Nachbereitung im GSP-Unterricht erörtert werden mussten. Die Mauthausen Exkursion war kein Erlebnis im positiven, erfreulichen Sinn, sondern ein „tiefwirkende Bedenk-Reise“! Es hat sich aber in allen Klassen gezeigt, dass 14-jährige heute durchaus in der Lage sind sich dieser Problematik zu stellen und dass sie diese auch verarbeiten können.

Mag. Gerhard Hasenhündl