„Bewusst-er-leben“

Themenbezogenes Projekt der 2A NeW-Klasse von 27.1. bis 2.2.2012

Klick. Tap. Tap. Klick. Klick. Der Stock ist ungewohnt. Unsere Hände tapsen entlang einer harten und kantigen Wand. Ist sie aus Holz oder aus Beton? Aus. Ein Auto nähert sich. Wohin? Es ist stockdunkel. Man kann nichts sehen. Rein gar nichts. Alle müssen weiter. Keiner weiß wohin. Stimmen vor und hinter uns. Eine Stimme ist laut und selbstbewusst. „Kommt weiter, meine Lieben!“. Es ist Isa. Sie weiß wohin, sie kennt sich aus. „Alles okay, ihr Süßen. Kommt nur weiter. Setzt euch. Hier ist noch Platz.“ Dann geht’s los. Das Geräusch eines Außenbordmotors ist zu hören, wir wanken, eine leichte Brise weht uns um die Ohren, ja sogar ein paar feine Tropfen sprühen uns in die Gesichter. Eine Bootsfahrt im Keller des Museums? So viele Eindrücke, so viele Fragen. Und man kann man nichts sehen. Rein gar nichts.

Nur Isa scheint zu sehen. Sie kennt den Weg blind – und das muss sie auch. Denn Isa ist blind. Isa ist eine von vielen Guides, die Besucher der Ausstellung DIALOG IM DUNKELN in der Wiener Innenstadt durch einen Ausstellungsraum der anderen Art führt. Dabei erlebten wir Situationen des Alltags aus der Perspektive von sehbehinderten Menschen: das Überqueren einer Straße, einkaufen im Laden, bezahlen in einer Bar. Auch die Jause mit Kuchen und Saft löst bisher unbekannte Gefühle in uns aus. Es ist unbeschreiblich. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt. Begeisterung. Was für ein Auftakt für unser Projekt!

Eine ganze Woche lang beschäftigten wir - die 2A NeW-Klasse des BG/BRG Hollabrunn - uns im Rahmen des themenbezogenen Projekts mit dem Motto „Bewusst-er-leben“. Wir lernten unsere „Sinne zu schärfen“ und „gesund zu leben“. So besuchte uns zu diesem Anlass auch Andrea Miksch, eine Ernährungsberaterin aus Korneuburg an der Schule und brachte uns sowohl theoretisch also auch praktisch bei, wie einfach es ist, gesunde Nahrungsmittel zu erkennen und selbst herzustellen. An den anderen Tagen erweiterten wir unser Wissen über Sinne, Wahrnehmung, Bewegung, Ernährung, und worauf man als Jugendlicher und bewusster Konsument achten soll. Wir hatten eine Woche lang die Möglichkeit, die Welt mit geschärftem Blick und aus einem anderen Winkel zu sehen und zu erfahren – und das war spannend!