FANTASIEREISE _ Frühlingserblühen

QUNSTwerke! Kreative Grüße aus der Quarantäne!
2. Klassen BE

 

Es ist wirklich noch sehr früh am Tag, alle schlafen tief und fest, du kannst es sogar hören, ansonsten rührt sich aber nichts. Auf Zehenspitzen schleichst du wieder herein und ziehst vorsichtig die Schuhe aus. Du setzt dich zum Küchentisch, den Sessel schiebst du auch ganz sachte nach hinten, sodass du dich gerade zwischen Sessellehne und Tischkante zwängen kannst, so findest du es am gemütlichsten. Selbst bist du noch leicht verschlafen und unter dem Eindruck des morgendlichen Spaziergangs gehen dir allerlei Bilder durch den Kopf, die dir bei deinem Streifzug vor die Linse gekommen sind. 

Da war zunächst die Baumallee mit den hohen Pappeln links und rechts, ein bisschen Grün war schon zu erkennen. Der Weg, außer deinem eigenen Beinpaar menschenleer, führte direkt zu einer wilden Naturwiese. Zuerst konntest du nur bunte Flecken zwischen Grasgrün wahrnehmen, allmählich ließen sich jedoch Violett, Rot, Weiß und Gelb unterscheiden. Bei jedem weiteren Schritt, lösten sich auch immer klarer erkennbare Formen von den grünen Flecken ab. Das Rot formte sich zu Klatschmohn, Violett teilte sich in Kugelförmige und Kerzenartige. Letztere konntest du als Wiesensalbei identifizieren und die kugelförmige Blumenart entpuppte sich als „Rotklee“, aber für dich sah dieser eindeutig violett aus - vonwegen „rot“! Die Farben Weiß und Gelb gehörten zu einer einzigen Blume „eine echte Kamille“ vermutetest du, eigentlich eine richtige Heilpflanze. 

Ein Lächlen huscht über dein Gesicht, kurzerhand beschließt du, deinem Brieffreund, dem Frühling, heute eine Freude zu machen. Du findest, er solle wissen, dass er schon ganze Arbeit geleistet hatte. Stift und Papier kramst du aus einer der Küchenladen, für den Briefumschlag musst du eine Lade im Wohnzimmer bemühen.

Zuerst kritzelst du noch schnell die Anschrift auf das Briefkuvert: Robert Frühling, Rosenstengelgasse 4, 2190 Kräuterbeet im Walde. 

Du erzählst ihm von deinem Spaziergang, der Farbenvielfalt, die sogar einen kleinen Freudenhüpfer in dir ausgelöst hat und den betörenden Frühlingsdüften, ausgehend von den vielen Blumensorten, aber auch dem taufrischen Gras. Nur ein bisschen mehr Nachtblau wünschst du dir, schließlich deine Lieblingsfarbe. Außerdem möchtest du endlich ein Bild von Robert Frühling vor seinem Haus mitgeschickt bekommen, ausgemacht war es ja schon für den Brief vom vergangenen Montag, „...aber da hattest du ja noch so viel zu tun.“, schreibst du, „...gespannt bin ich auch auf deine Spargelkette, mit den besten Wünschen, ich freue mich auf ein fulminantes Frühlingsspektakel, Dein/e ...“