Technisches und Textiles Werken

Die Unterrichtsgegenstände TECHNISCHES WERKEN und TEXTILES WERKEN (früher WERKERZIEHUNG FÜR KNABEN und WERKERZIEHUNG FÜR MÄDCHEN) stellen keine spezifische Trennung zwischen „weiblich“ und „männlich“ mehr dar.
Die Wahl findet in der 1.Klasse statt, im REALGYMNASIUM für DREI JAHRE und im GYMNASIUM für ZWEI:
Ein Wechsel ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.
BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG sollen Interessenslage, Neigungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kindes bedacht werden. Oft wählt man auch das Vertraute, sich auf Unbekanntes einzulassen bedeutet aber oft Bereicherung. Jedenfalls sollte die Entscheidung fern von überkommenen Rollenbildern getroffen werden.
 

1. TEXTILES WERKEN

Textilien begegnen uns als gestaltete Objekte der Kleidung, der Wohnung und der Textilkunst. Die Aufgabe des Textilunterrichts sollte es vor allem sein, die Schülerinnen und Schüler auf einen sinnvollen Umgang mit Textilien in zukünftigen Lebenssituationen vorzubereiten.

Textiles Werken beinhaltet nicht nur herkömmliche Kulturtechniken, sondern ebenso zeitrelevante Techniken wie Patchwork, Batik, Stoffmalerei, Siebdruck und Musterentwürfe (auch am Computer) in Hinblick auf die Stoffgestaltung.

Im Rahmen der praktischen Arbeit beinhaltet Textiles Werken weiters die Gestaltung textiler Produkte wie Raumtextilien, Bekleidung, textiles Gebrauchsgut und eine freie Textilgestaltung.

Im Rahmen der Werkbetrachtung beinhaltet Textiles Werken die Bereiche wie Textiltechnologie, Materialkunde, Textilpflege, textile Alltagskultur in der Gegenwart, Produktanalyse und Verbrauchererziehung, weiters ökonomische, ästhetische und kulturhistorische Aspekte.

Im Erweiterungsstoff ist das Arbeiten mit nicht textilen Materialien wie Metall, Leder u. Ä. vorgesehen (Schmuck, Accessoires).

Im fächerübergreifenden Unterricht mit Technischem Werken ist das Arbeiten zum Beispiel in Holz, wie das Herstellen eines einfachen Webrahmens oder Ähnliches möglich.
 

2. TECHNISCHES WERKEN

Ziel des Technischen Werkens ist entdeckendes, problemlösendes und handelndes Lernen. Nach Interessenslage, Altersstufe und Entwicklungsstand der Schüler werden Inhalte aus den Themenbereichen „Gebaute Umwelt“. „Technik“ und „Produktgestaltung“ vermittelt.

Neben der Erarbeitung zeitloser Grundtechniken (z. B. Holz- und Metallbearbeitung) wird immer stärker die Auseinandersetzung mit zeitgemäßen Technologien (z. B. Elektronik) gefördert. Das Technische Werken stellt die aktive Umsetzung theoretischen Wissens in den Vordergrund. Theorie und Praxis ergänzen sich dabei auf besondere Art und Weise. So werden z. B. physikalische Gesetzmäßigkeiten im Werkunterricht spielerisch erarbeitet, ja oft sogar erst auf diese Weise erstmals vom Schüler „begriffen“. (z. B. Strömungstechnik - verdeutlicht durch den Bau von Flug- und Schiffsmodellen).
 

Technisches Werken soll also vor allem vermitteln:

1. Den fachgerechten Umgang mit Materialien und Werkzeugen, wobei zunehmend ökologische Gesichtspunkte Beachtung finden.

2. Jedes einzeln angefertigte Werkstück fordert und fördert die Zusammenarbeit von Kopf und Hand. Dabei wird besonders die Fähigkeit trainiert, die eigenen Gestaltungsideen (oft unter Überwindung von vielerlei Schwierigkeiten) durchzuhalten.

3. Das Technische Werken beweist auch einen hohen Grad an fächerübergreifenden Qualifikationen, indem es wertvolles Hintergrundwissen in den Bereichen der Kulturgeschichte sowie der Naturwissenschaften vermittelt.