Darstellendes Spiel

Das Darstellende Spiel hat am Bundesgymnasium Hollabrunn eine lange Tradition. Etwa 60 Kinder und Jugendliche melden sich jedes Jahr zu dieser Unverbindlichen Übung an und werden in 3 Gruppen unterrichtet. Darunter sind Mädchen und Buben, die es lieben, im Mittelpunkt zu stehen, aber auch solche, die eher schüchtern sind und noch ein wenig Angst davor haben, sich zu präsentieren. Für diese kann das Darstellende Spiel eine Hilfe sein, den ganz normalen Alltag zu bewältigen. Durch Spiele, Ausdrucksübungen und Improvisationen lernen auch sie, aus sich herauszugehen und selbstbewusst aufzutreten. Obwohl diese Spiele und Übungen wichtig sind und auch Spaß machen, ist der Höhepunkt für die meisten die Einstudierung und Aufführung eines Theaterstücks. Auch dieses Erlebnis wollen wir unseren SchülerInnen nicht vorenthalten. Es werden eigene Theaterstücke verfasst oder Kinder- und Jugendbücher dramatisiert und am Adventmarkt, beim Schulfest oder zu anderen Anlässen aufgeführt. Manchmal laden wir auch Volksschulklassen oder Kindergartengruppen ein, damit wir ein Publikum haben. So führte zum Beispiel im Schuljahr 2010/2011 die Gruppe der 1. Klasse am Adventmarkt „Hilfe, die Herdmanns kommen“ auf, die 2.-3. Klasse Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ und zum Schulschluss für Kindergartenkinder „Das kleine Ich bin Ich“. Die 1. Klasse gestaltete den Faschingsdienstag für die Unterstufenschüler und spielte Sketches und die „Großen“, die SchülerInnen der 4. – 8. Klasse, brachten „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“ nach dem Buch von Christine Nöstlinger für die 1. und 2. Klassen unseres Gymnasiums und für eine Hollabrunner Volksschule auf die Bühne. Die Großen gehen manchmal auch ganz andere Wege; es hat schon interaktives Theater mit einem Essen in der Hofmühle oder auch Theatersport, einen Wettbewerb mit Improvisationsspielen, gegeben.

Seit 1998 gibt es an unserer Schule eine besondere Attraktion. Eltern, Lehrer und Schüler spielen gemeinsam Theater. Was mit Nestroys „Die schlimmen Buben in der Schule“ noch ziemlich klein begonnen hat, ist mittlerweile zu einem großen und aufwändigen Event in Hollabrunn geworden. Etwa alle zwei Jahre werden Schüler, Eltern und Lehrer gesucht, um bei einer Theaterproduktion mitzumachen. Es soll dies kein Ensemble sein, das regelmäßig auftritt, sondern es werden immer wieder neue Schauspieler und Schauspielerinnen engagiert. Im Schuljahr 2010/2011 brachten wir Schnitzlers „Das weite Land“ auf die Bühne, ein schwieriges Stück, das von Eltern, Lehrern und Schülern gemeinsam bravourös gemeistert wurde. Das größte Ereignis war bis jetzt die Rockoper „Faust“, die wir 2009 auf dem Mephistoplatz vor der Schule als Freiluftveranstaltung aufführten.

Das Darstellende Spiel hat am Bundesgymnasium Hollabrunn nicht nur eine lange Tradition, sondern es wird sicher auch in Zukunft noch viele Erfolge aufweisen können. Denn wie Max Reinhardt in seiner Rede über den Schauspieler 1928 gesagt hat, glaube auch ich an die „Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiter zu spielen.“

Mag. Gabriele Eiserle